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Getestet: Gear VR in der Öffentlichkeit

von Matthias Bastian11. Dezember 2015

Manch kritischer Geist mag ja völlig zurecht anmerken: Die Leute hängen sowieso schon in der Öffentlichkeit in einer virtuellen Realität, da sie mit ihrem Blick permanent am Smartphone kleben. Und blind durch die Gegend rennen sie auch noch, wenn sie beim Laufen auf das Display starren. Also, warum dann nicht direkt ganz eintauchen in die Virtual Reality und mit Gear VR in die U-Bahn steigen oder ins Café gehen? Eine Repoterin von The Verge hat Gear VR ausführlich in der Öffentlichkeit getestet.

Ziel der Reporterin war es, herauszufinden, ob Gear VR tatsächlich als mobiles Entertainment-Gerät taugt – ähnlich wie das Smartphone, das uns ja auch unterwegs mit Text, Video und Audio unterhält. Das Fazit fällt am Ende aber wenig positiv aus: Egal in welchem Szenario die Reporterin auch testet, Gear VR kann sich nicht behaupten.

In der U-Bahn: Zuviel Angst, dass man blind auf die Bahngleise stürzt, angefasst wird oder die Handtausche geklaut bekommt. In der Menge fühlt man sich außerdem schnell isoliert und ist absolut darauf angewiesen, seine Umgebung bewusst wahrzunehmen – gerade als junge Frau.

Im Café: Die Isolation von der Umgebung ist in diesem Fall weniger das Problem, als die Tatsache, dass man den Tee nicht richtig trinken kann während man die Brille auf der Nase hat. Außerdem kann man sich auf normalen Stühlen schlecht umdrehen, dafür braucht es schon einen Drehstuhl; oder man steht auf, was im Café aber nicht angemessen ist und von anderen Gästen schnell als störend empfunden wird. Pech gehabt: Auch hier taugt VR nicht als Entertainment-Gerät.

Im Auto: Auch im Auto macht Gear VR wenig Vergnügen. Sobald das Auto in eine andere Richtung lenkt, als man in der VR-Experience schaut, lösen die entgegengesetzten Fliehkräfte Übelkeit aus und reißen aus der VR-Erfahrung.

Im Park bei Sonnenuntergang: Das geht – aber warum sollte man es wollen? Unabhängig davon, macht sich etwas Gegenwind offenbar gut als Immersion steigerndes Element bei einer VR-Flugsimulation.

Fazit: Gear VR ist zwar mobil, das macht die VR-Brille aber noch lange nicht zu einem mobilen Entertainment-Gerät. Vielmehr bezieht sich das “mobil” hier auf die gute Tragbarkeit von A nach B und die Abwesenheit von störenden Kabeln. Virtuelle Technologien werden wohl erst mit sehr fortgeschrittenen Augmented-Reality-Brillen mit regelbarer Immersion auch in der Öffentlichkeit ankommen. Bis dahin: Bleibt im Zimmer mit der Brille. Da finden wir, macht sie ihren Job wirklich gut, wie ihr unserem Review entnehmen könnt. Tipps für Gear-VR-Einsteiger haben wir hier gesammelt, App-Empfehlungen gibt es hier.