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Samsung Gear VR: Tipps für Virtual-Reality-Einsteiger

von Matthias Bastian26. November 2015

Ihr habt die neue Virtual-Reality-Brille von Samsung, versteht aber nur Bahnhof? Hier ein paar Tipps, die euch den Einstieg etwas erleichtern können und mit denen ihr mehr aus der mobilen VR-Brille holt.

Wenn ihr Videos im Bett, also im Liegen, schauen wollt, dann geht das in der Samsung Gallery oder im Oculus Cinema – dort müsst ihr allerdings in die “Void”-Umgebung wechseln. Wenn ihr dann einen Moment seitlich oder über/unter dem virtuellen Bildschirm vorbeischaut, fragt euch die Software, ob ihr die Brille neu ausrichten wollt. Einmal auf das seitliche Touchpad getippt und das Bild rückt wieder in euer Sichtfeld, passend zur neuen Kopfposition. Aber bitte nicht mit der VR-Brille im Gesicht einpennen.

Diese beiden Tipps klingen wie eine Selbstverständlichkeit, aber sie sollten trotzdem angesprochen werden. Benutzt Gear VR immer im Stehen oder in einem Drehstuhl und mit Kopfhörern. Nur mit 360-Bewegungsfreiheit und immersivem Sound nutzt ihr das VR-Potenzial der mobilen Brille richtig aus.

Ganz wichtig: Ihr könnt den Oculus Store auch normal auf dem Handy durchstöbern und müsst dafür nicht Gear VR auf der Nase haben. Das ist deutlich einfacher und schneller als sich mit der VR-Brille durch die Menüs zu navigieren. Mittlerweile ist es sogar möglich, den Oculus Store für Gear VR direkt am PC zu durchforsten. Oculus VR bietet dafür eine eigene Webseite an, auf der ihr die Apps auch direkt kaufen und eurer Bibliothek hinzufügen könnt.

Schützt die Linsen und reinigt sie regelmäßig

Lasst die VR-Brille nie mit den Linsen nach oben liegen. Wenn Licht einfällt, funktionieren die Linsen wie ein normales Brennglas. Sowohl auf den Linsen als auch auf dem Smartphone Display können sich so Fehler einbrennen. Aus dem gleichen Grund solltet ihr auch die VR-Brille niemals ohne Smartphone oder Schutzkappe aufziehen und ins Licht schauen – euer Augenlicht dankt es euch. Prinzipiell gilt: Wenn ihr Gear VR nicht nutzt, macht die Schutzklappe drauf.

Reinigen könnt ihr die Linsen mit einem herkömmlichen Microfastertuch. Ergänzend sollte man ab und zu Dosendruckluft verwenden, um auch feine Staubkörner von den Gläsern zu entfernen. Alternativ kann man auch ein Gummistaubgebläse verwenden. Hier wird keine Flüssigkeit freigesetzt, außerdem hält es länger.

Überhitzen vermeiden

Leider überhitzen die Galaxy-Smartphones bei grafisch intensiven VR-Anwendungen ab und an. Dann muss man das Smartphone aus der VR-Brille nehmen und einige Minuten abkühlen lassen. Gerade an heißen Sommertagen kann das nervig sein. Um die Überhitzungsgefahr zu verringern, sollte man unbedingt die Plastikkappe der VR-Brille abnehmen. Außerdem kann es helfen, wenn man vor dem Start der Gear-VR-App alle anderen Apps beendet und den Flugzeugmodus aktiviert. So werden zwar keine Nachrichten und Anrufe mehr durchgestellt, aber man spart ein wenig Ressourcen.

Ebenfalls hilft es, die Helligkeit des Bildschirms etwas zu reduzieren. Unbedingt vermeiden sollte man parallele Downloads neben der laufenden VR-App, das stresst das Smartphone besonders stark und Überhitzung ist garantiert. Wer trotz dieser Tipps noch Probleme mit der Überhitzung hat, kann versuchen, einen kleinen Tischventilator auf die Rückseite des Smartphones zu richten. Das hilft garantiert. Und wenn das Smartphone dann doch überhitzt, können ein paar Minuten im Kühlschrank Wunder bewirken.

Wenn ihr Gear VR nutzt, entlädt sich der Akku sehr schnell – ist eine Steckdose in der Nähe, könnt ihr ein normales Ladegerät an den Micro-USB-Anschluss im Gehäuse der VR-Brille anschließen. Dann lädt das Smartphone auf während ihr in VR seid. Auch das hilft dabei, die Hitze zu reduzieren.

360-Videos und 3D-Videos auf YouTube mit Gear VR anschauen

Gear VR ist ein gemeinsames Produkt von Samsung und Oculus VR. Oculus VR wiederum ist eine Facebook-Tochter. YouTube hingegen ist ein Service von Google. Facebook und Google mögen sich nicht besonders. Die Folge: Es gibt keine offizielle oder inoffizielle YouTube-App für Samsungs mobile VR-Brille. Und es wird wohl auch in Zukunft keine geben.

Aber Oculus VR und Samsung haben dennoch einen Weg gefunden, YouTube-Videos auf der VR-Brille anzubieten. Der Umweg führt über den offiziellen Samsung-Browser für Gear VR, den ihr hier herunterladen könnt. Surft ganz normal auf die YouTube-Webseite und startet dort das 360-Video, das ihr gerne abspielen möchtet. Sobald das Video läuft, schaltet ihr auf Vollbild um. Das Icon dafür ist unten rechts in der Ecke.

Anschließend schaut ihr oberhalb des Videos den Punkt “Modus” an und tippt auf das Touchpad. In dem Fenster, das sich dann öffnet, werden eine Reihe an Bildmodi für 360-Grad- und 3D-Videos angeboten. Wählt hier die passende für euer Video aus – einfach durchklicken, bis das Bild korrekt dargestellt wird. Meist klappt die Option für 360 2D-Videos in der zweiten Reihe links unten.

Eigene 360-Videos für YouTube könnt ihr ganz einfach mit Samsungs 360-Kamera Gear VR drehen. Voraussetzung ist ein aktuelles Galaxy-Smartphone der S6- oder S7-Reihe; das haben Gear-VR-Nutzer für gewöhnlich schon im Besitz.

Letzte Aktualisierung am 8.12.2016 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Welches Gamepad für Gear VR?

Wenn ihr Spiele spielen wollt, ist ein Gamepad Pflicht. Unterstützt werden offiziell das Samsung El-GP20 GamepadMoga Pro und die Android-SteelSeries. Falls ihr aber schon einen Bluetooth-Controller daheim liegen habt, lohnt es sich, erstmal auszutesten ob dieser auch mit Gear-VR läuft. Generell lassen sich eine Vielzahl an BT-Devices mit der S6-Serie verbinden.

Videos und 360-Videos im Oculus-Kino abspielen

Wenn ihr digitale Filme auf dem PC besitzt, könnt ihr diese auch im Oculus Cinema anschauen. Dafür müsst ihr das Video-File einfach auf der SD-Karte des Galaxy-Smartphones in den Ordner/Movies legen. Dann taucht das Video im My Video Bereich der Oculus-Cinema-App auf und ihr könnte es auf der großen Leinwand betrachten, ganz wie im Kino. Auch selbstgedrehte 360-Videos können mit Gear VR angesehen werden. Dafür muss die Datei in den Ordner Oculus/360Videos eingefügt werden und taucht danach ebenfalls im My Video Bereich der Oculus-Cinema-App auf. Video- und Fotoaufnahmen, die ihr mit dem Smartphone gemacht habt, könnt ihr einfach über die Samsung Gallery App anschauen – die Hauskatze wird so schnell zum König der Löwen, die den Kinosaal dominiert.

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So ähnlich läuft es auch mit 360-Fotos. Im Oculus-Ordner müsst ihr einen Unterordner namens “360Photos” erstellen, dort dann den Ordner “My Images”. Der gesamte Pfad sieht dann so aus: Oculus/360Photos/My Images – in den My Images Ordner könnt ihr dann eigene 360-Aufnahmen einfügen, die ihr dann in der Oculus 360-Foto-App mit Gear VR ansehen könnt. Die Aufnahmen findet ihr unter den Menüpunkt “Eigene Aufnahmen”.

Dazu passend: Wenn ihr nicht wollt, dass bestimmte Videos im Oculus Cinema auftauchen (ähm…beispielsweise bei einem Kundentermin und ihr habt für den Wettbewerber ebenfalls 360-Videos produziert), aber auch nicht jedesmal die komplette SD-Karte leer räumen wollt, dann könnt ihr auch mehrere Ordner “360-Videos” anlegen, von denen aber immer nur einer ausgelesen wird. Alle Ordner, die nicht sichtbar sein sollen, brauchen einen “.” vor dem Dateinamen, also “.360-Videos”, dann werden sie vom Android-System nicht mehr berücksichtigt. Das könnt ihr über einen Filemanager auch direkt auf dem Smartphone ändern, ohne Filme zu löschen.

Screenshots und Videos mit Gear VR machen

Mittlerweile bietet Gear VR eine integrierte Lösung für Screenshots und Videos. Zumindest die Videos laufen aber nicht bei allen Apps, außerdem wird kein Ton aufgezeichnet. Um Screenshots oder Videos zu machen, haltet ihr in einer App den Zurück-Button gedrückt und wechselt in die Optionen. Klickt dann auf das Zahnrad, um die Einstellungen zu sehen. Dort gibt es die Menüpunkte für Screenshots und Videos. Die Screenshotfunktion hat einen eingebauten Timer, der euch als blinkender grüner Punkt bis zum Auslösemoment eingeblendet wird. Die Aufzeichnung von Videos funktioniert im Prinzip auf die gleiche Art, leider gibt es aber überhaupt keinen Indikator, der anzeigt, ob das Video korrekt aufgezeichnet wird oder nicht. Außerdem überhitzt das Smartphone schneller und die App kann ruckeln. Die Gear-VR-Videos solltet ihr bei Erfolg anschließend in der Android-Galerie finden können.

Screenshots könnt ihr auch machen, indem ihr ein Bluetooth-Keyboard mit dem Smartphone verbindet – einfach auf den Druck/Print-Button drücken. Für Videos gibt es leider noch keine gute ganzheitliche Lösung für das S6. Die App Recordable verweigert zumindest bei uns den Dienst unter Android 5. Mögliche Alternativen sind der kostenlose Screen Recorder ilos oder der AZ Screen Recorder – allerdings zeichnen auch diese Apps nur bruchstückhaft auf oder brechen ganz ab, sobald die Gear-VR-App startet.  Beim Note 4 Gear VR unter Android 4 konnte man mit diesen Apps noch 60FPS Videos aufzeichnen.

Bildschirm teilen und Altersfreigabe

Wenn ihr wollt, dass andere Leute im Raum sehen, was ihr in Virtual Reality erlebt, dann könnt ihr mit Googles Chromecast das Bild auf den TV spiegeln. Verbindet euer Smartphone mit der Chromecast-App und aktiviert Screen Mirroring. Anschließend startet ihr ganz normal eure Gear-VR-Apps und das Bild erscheint in der VR-Brille und auf dem TV. Allerdings funktioniert das nicht in jedem WLAN optimal und leidet unter ähnlichen Problemen wie die Videoaufzeichnungen oben. Richtig ausgereift ist das Feature mit dem S6 nicht, bleibt zu hoffen, dass zukünftige Firmware-Updates von Oculus weiterhelfen. Eine Alternative ist die App MirrorOp, die zumindest leicht ruckelig streamen soll – die Experience in der VR-Brille bleibt aber flüssig.

Die offizielle Altersfreigabe für Gear VR in den USA ist “ab 13 Jahren”. Da es bisher kaum Erfahrungen mit der Wirkung von VR-Inhalten speziell für Kinder gibt, raten wir dringend dazu sich an diese Empfehlung zu halten – egal wie sehr die Kiddies betteln. Eine mögliche Alternative für Kinder ist der Viewmaster von Mattel.

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