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Giroptic VR-Kamera: Günstiger 360-Wettbewerb für GoPro

von Carolin Albrand16. Dezember 2015
Tech Facts / Datenblatt
Preis

499$

Release

voraussichtlich Januar 2016
Vorbestellungen möglich

Größe und Gewicht

180 Gramm

Auflösung

Video: 2048 x 1024
Foto: 4096 x 2048

Bilder pro Sekunde (fps)

25/30 FPS

Bildwinkel

360° x 300°
Seitenverhältnis 2:1

Steuerung

360Cam App

Sound

3 interne Mikrofone
3D Audio

Tracking

Gyroskop
GPS

Anschlüsse

Micro USB

Micro SD-Karten
Klasse 10
bis zu 64GB

Stromquelle

Lithium-Ionen-Akku
1180mAH, 3,7V

Video Format

.mp4
bei H.264

Optik und Linsen

3 Linsen
Feste Blende f/2.8
185° Ultra-Weitwinkel

Lichtemfindlich

Features

Video Stabilisator
WLAN
Time-Lapse bis zu 60 Sekunden Intervallen möglich

Wer sich mit 360-Aufnahmen beschäftigt, weiß: Der Aufnahmeprozess mit riesigen Rigs, die mit bis zu 16 GoPros arbeiten, ist alles anderes als einfach. Wenn man überhaupt soweit kommt, dass alle Kameras während des Drehs stabil laufen, hat man hinterher gigantische Datenmengen über mehrere SD-Karten verteilt, die man umständlich zusammenführen muss. Mit diesem Problem räumt die Giroptic-Kamera auf und könnte daher zumindest für Hobby-Filmer und 360-Fotografen eine interessante Alternative sein.

Die Macher der Giroptic-Kamera sammelten gerade erfolgreich 4.5 Millionen US-Dollar bei Kickstarter ein. Aus gutem Grund, denn Giroptic verspricht für bezahlbare 499 US-Dollar ein ersehntes Feature: Anders als bei GoPro und Co. soll das fertige Videomaterial direkt als bereits zusammengeführte 360-Videodatei ausgegeben werden. Das sogenannte “Stitching” gehört zum Aufnahmeprozess, dafür wurde extra ein Chip in die Kamera eingebaut und die Linsen sind für ein optimales Ergebnis miteinander synchronisiert. Die Macher der Kamera haben bereits einige Jahre Erfahrung in der Produktion von 360-Inhalten und wollen mit der Giroptic-Cam die Schmerzpunkte im Produktionsprozess lösen.

Das macht die kleine Kamera genau genommen zu einer der ersten “richtigen” 360-Kameras. Die meisten anderen aktuell erhältlichen Lösungen, speziell die GoPro-Rigs, sind im Grunde genommen nur zusammengesteckte Bastellösungen in Ermangelung besserer Alternativen. Da die Giroptic allerdings nur mit maximal 2K und 30FPS filmt (Fotos: 4K), ist sie für professionelle 360-Filmemacher keine wirkliche Alternative zu den zuvor genannten GoPro-Basteleien, die es auf 4k und 60 Bilder pro Sekunde bringen. Trotzdem: Für Probeaufnahmen am Drehort oder um ohne aufwändige Postproduktion Filmkonzepte zu testen, dürfte die Giroptic perfekt geeignet sein. Besonders deshalb, da sie dank Wifi-Anbindung sogar das Live-Streaming beherrscht.

Die technischen Daten im Überblick:

Technische Daten der 360 Giroptic-Cam

Technische Daten der 360 Giroptic-Cam. Quelle: Giroptic / Kickstarter

 

 

360-Cam Gyroptic - die erste echte VR-Kamera

Die erste echte 360-Kamera mit eingebautem Stitching. Quelle: Gyroptic / Kickstgarter

Hardware-Daten: Gut, aber noch lange nicht perfekt

Schaut man sich die zahlreichen Probeaufnahmen in der Giroptic-Gallerie an, ist die Bildqualität in Relation zu Preis und Größe der Kamera durchaus passabel. In eher dunklen Szenen sind die kleinen Sensoren und Linsen der Aufgabe zwar nicht mehr gewachsen und die Bildqualität leidet sichtlich, aber gerade die Aufnahmen bei Tageslicht sind von ordentlicher Qualität, auch wenn sie nicht das Niveau eines 4k-GoPro-Rigs  oder selbstgebauten 360-Kameras mit DSLRs erreichen. Dafür ist die Giroptic aber auch deutlich einfacher in der Handhabung und wesentlich günstiger.

Das handliche Teil dürfte sich daher in erster Linie an 360-Hobby-Filmer und -Fotografen richten, die Interesse an der neuen Technologie haben und ein paar Erinnerungen in 360-Grad einfangen möchten. Die Giroptic-Cam könnte tatsächlich so etwas wie das GoPro-Gegenstück für 360-Aufnahmen werden. Für 360-Videos und -Fotos, die mit richtigen VR-Brillen wie Oculus Rift angesehen werden sollen, ist die erste Version der Giroptic-Cam aufgrund der geringen Auflösung und der niedrigen Framerate aber nur bedingt geeignet. Für Cardboard und Browser sollten die Ergebnisse aber erstmal ausreichend sein.

Immerhin: Die Tatsche, dass die Giroptic-Cam bereits zum jetzigen Zeitpunkt zu diesem Preis verkauft werden kann, stimmt zuversichtlich, dass wir schon in 2016 “All in One”-360-Kameras auf dem Markt sehen könnten, die in 4K und mehr sowie 60 bis 120FPS Aufnahmen für VR-Videos ausspucken können, die auch professionellen Ansprüchen gerecht werden. Und all das zu einem bezahlbaren Preis und geringerem Aufwand in der Postproduktion.

Die Kampagne bei Kickstarter ist zwar durch, aber wer die Kamera bestellen will kann sie für 499 US-Dollar direkt hier im Online-Shop von Giroptic ordern. Hands-on gibt es in den folgenden Videos:

 

| SOURCE & FEATURED IMAGE: Giroptic