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Goldman Sachs: Virtual Reality so wichtig wie das Smartphone

von Matthias Bastian14. Februar 2016

Das zumindest glaubt Heather Bellini, Leiterin der Forschungsabteilung Telekommunikation, Media und Technologie bei der Investmentbank Goldman Sachs.

Die Analysten dort beschäftigen sich zurzeit intensiv mit den Themen Visual Computing sowie Virtual und Augmented Reality, denn ihre Kundschaft ist gerade dabei, kräftig in den neuen Markt zu investieren. Allein in 2015 kam eine Summe von rund 700 Millionen US-Dollar zusammen. Das Geld wurde hauptsächlich in zahlreiche Startups gesteckt, um die technlogische Weiterentwicklung des neuen Mediums zu beschleunigen und mehr Inhalte zu generieren. Rechnet man das Mixed-Reality-Unternehmen Magic Leap mit ein, das Ende 2014 und Anfang 2016 rund 1,5 Milliarden US-Dollar einsammelte, wird sogar die Milliarden-Grenze gesprengt.

Die Banker von Goldman Sachs gehen davon aus, dass der neue Markt bis zum Jahr 2025 rund 80 Milliarden US-Dollar wert sein könnte. Zum Vergleich: Der Smartphone-Markt hatte in 2015 in etwa einen Wert von 270 Milliarden US-Dollar, der TV-Markt liegt bei rund 100 Milliarden US-Dollar. In einem ergänzenden Report geben die Goldman-Sachs-Analysten eine Spanne von 45 Milliarden US-Dollar Umsatz im schlechtesten Fall bis zu 125 Milliarden US-Dollar Umsatz im Optimalfall an. Das betrifft allerdings nur die verkaufte Hardware, durch den zusätzlichen Vertrieb der nötigen Software könnte der neue Markt bei bestmöglicher Entwicklung sogar bis zu 180 Milliarden US-Dollar in 2025 wert sein.

“Heute wird Virtual Reality in erster Linie als Produkt für Hardcore-Gamer betrachtet, aber in Zukunft wird die Technologie immer mehr im Alltag ankommen”, sagt Bellini. Als Beispiele nennt sie bekannte Szenarien wie den Einsatz von Virtual Reality bei Haus- und Wohnungsbesichtigungen oder in der Bildung, beispielsweise für das Training von Chirurgen oder für virtuelle Schulausflüge wie bei Google Expeditions. “Virtual Reality ist heute anders als noch vor zehn Jahren, denn die Technologie ist jetzt reif und funktioniert. […] Die Prozessoren und Grafikkarten sind jetzt ausreichend schnell, so dass man genug Bilder pro Sekunde berechnen kann, dass Nutzern nicht mehr übel wird”, begründet Bellini den recht optimistischen Ausblick auf die monetäre Zukunft von VR und AR. Als größte Einstiegshürde nennt die Analystin den noch hohen Preis für VR-Brillen samt dem benötigten Zubehör wie einem schnellen PC. Dieses Problem würde der Markt über kurz oder lang aber selbst regulieren, glaubt Bellini.

Bellini geht davon aus, dass “am Ende des Tages” neue Virtual- und Augmented-Reality-Technologien ähnlich disruptiv sein werden wie die Erfindung des Smartphones. “Wir denken, dass diese Technologie fast jede Industrie verändern wird und das sowohl für Konsumenten als auch für Unternehmen”, sagt Bellini. Einen detaillierten Bericht über den ergänzenden Report von Goldman Sachs gibt es hier.

| SOURCE: Goldman Sachs
| FEATURED IMAGE: OTA Photos bei Flickr. Lizenziert nach CC BY-SA 2.0.