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Google: Bavor spricht über Virtual-Reality-Smartphones

von Matthias Bastian28. Januar 2016

Clay Bavor ist Chef der neuen VR-Abteilung von Google und somit für die Weiterentwicklung von Googles Angeboten im Bereich der virtuellen Realität verantwortlich. Nun verrät er interessante Details über die mögliche Zukunft von Cardboard und Smartphone-VR – und dass er innerhalb von Google als VR-Nerd bekannt ist.

Im Interview mit dem Time-Magazin macht Bavor deutlich, dass Cardboard nicht das Ende der VR-Versuche von Google sein wird, auch wenn die Einfachheit des Produkts grundsätzlich ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Papp-VR-Brille sei. “Die tolle Sache an Cardboard ist, dass jeder mit einem Smartphone Virtual Reality nutzen kann. Wir glauben, dass das ein mächtiger und wichtiger Faktor ist”, sagt Bavor.

“Das ist aber nicht das Ende der Fahnenstange. Stell dir vor, woran ein Unternehmen mit den Ambitionen sowie den technologischen Ressourcen und dem Know-how von Google arbeiten könnte, und ich kann bestätigen, dass wir an vielen dieser Dinge bereits dran sind”, gibt Bavor einen vagen aber vielversprechenden Ausblick auf zukünftige Virtual-Reality-Projekte. Aktuell sucht Google rund 20 neue Mitarbeiter für VR, soviel verraten neue Stellenausschreibungen. Gesucht werden in erster Linie Ingenieure und Designer, die dazu in der Lage sind, neue Hardware zu entwickeln. Welche Hardware das genau sein wird, lässt sich aus den Stellengesuchen nicht herauslesen – allein dass sie batteriegetrieben sein soll, deutet aber daraufhin, dass es keine kabelgebundene PC-VR-Brille sondern eher ein mobiles VR-Gerät sein wird.

“VR als Medium ist zu wichtig und zu mächtig, um nur einigen wenigen Menschen zugänglich zu sein.” Clay Bavor, Chef von Google VR

Bavors neuerliche Aussagen bestätigten den Verdacht, dass Google an einem Gear-VR-Konkurrenten oder für Virtual Reality optimierten Nexus-Smartphones arbeiten könnte – oder an beidem. “Das interessante an Cardboard ist, dass Smartphones noch nicht für VR konstruiert wurden. Mit wenigen Ausnahmen wurden sie sogar alle designt und gebaut bevor Cardboard überhaupt existierte. Es gibt also noch gar keinen Plan, wie man ein Smarthpone so optimieren könnte, dass es nicht nur ein tolles Smartphone ist, sondern auch der Kern eines Virtual-Reality-Geräts”, sagt Bavor.

Erklärtes Ziel von Google ist es, Virtual Reality so vielen Nutzern wie möglich zugänglich zu machen. Mit einer VR-Brille, die an einen PC oder eine Konsole gebunden ist, ist das schwerlich möglich. “VR als Medium ist zu wichtig und zu mächtig, um nur einigen wenigen Menschen zugänglich zu sein”, erklärt Bavor. Und noch ein anderer Grund spricht dafür, dass Google an einer mobilen VR-Brille ohne große Einstiegshürde arbeitet. Facebook, einer der größten Wettbewerber von Google, hat mit Samsung Gear VR bereits ein hochwertiges Produkt samt Infrastruktur auf dem Markt, das einfach zu bedienen und relativ günstig ist, dabei aber eine deutlich höhere Qualität als Cardboard bietet. Gear VR ist unter anderem mit den 360-Videos kompatibel, die in der Facebook-Timeline auftauchen, und bietet Nutzern einen Zugang zum Oculus-Store, wo zahlreiche und zum Teil exklusive Virtual-Reality-Apps warten.

Bereits im letzten Jahr gab es Berichte, dass Google das Betriebssystem Android für Virtual Reality optimieren will und mit Partnern an neuen Chips arbeitet, die speziell für Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen geeignet sind. Schon länger forscht Google im “Project Tango” an neuen Sensortechnologien und echter Augmented Reality, bei der virtuelle Objekte korrekt in der Umgebung platziert werden anstatt sie nur in das Sichtfeld des Brillenträgers zu projizieren. Gemeinsam mit Lenovo will Google in diesem Sommer ein neuartiges Sensor-Smartphone auf den Markt bringen, das die Umgebung dreidimensional in Echtzeit erfassen und digital erweitern kann – eine Art Hololens für die Hosentasche. Neben Cardboard investierte Google auch in Magic Leap, einem Unternehmen, das an einer neuen Augmented-Reality-Technologie auf Lichtfeld-Basis arbeitet.