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Das ist Googles Vision fürs immersive Computerzeitalter

von Tomislav Bezmalinovic18. Mai 2017

Clay Bavor leitet Googles Projekte im Bereich Virtual und Augmented Reality. In einem Blog erzählt der Manager, wo die Technologie heute steht, wie sie sich entwickeln und weshalb sie die Art und Weise verändern wird, wie wir mit Computern interagieren.

Bavor hat eine griffige Definition für die neuen Technologien: Virtual Reality bringt den Nutzer an jeden Ort, während Augmented Reality alles zum Nutzer bringt. Für Bavor konkurrieren diese Technologien nicht miteinander.

Sie vermischen lediglich in unterschiedlichem Grad Reales und Digitales: Während Augmented Realiy die Realität um digitale Elemente erweitert, blendet Virtual Reality die Realität zugunsten des Digitalen vollkommen aus.

Laut Bavor wird diese Unterscheidung mit der Zeit hinfällig. Man werde AR-Brillen haben, die das gesamte Sichtfeld um digitale Elemente erweitern und VR-Brillen, die die äußere Realität in die Simulation holen.

Wie könnte man das gesamte Spektrum dieser unterschiedlichen Mischverhältnisse von realen und digitalen Inhalten nennen, fragt Bavor. Der Manager will nicht von Mixed Reality sprechen, sondern schlägt einen anderen Begriff vor: Immersives Computing.

Ein neues Computerzeitalter bricht an

Bavor beschreibt, wie die Entwicklung des Computers Stück für Stück half, die Mauer zwischen realen und digitalen Inhalten niederzureissen. Ganz am Anfang interagierte man mit einem Computer, indem man ihn anders verdrahtete.

Der nächste Schritt war die Enwicklung der Benutzeroberfläche, die Computer weitaus mehr Menschen zugänglich machte. Mit Smartphones wurden die Computer so klein, dass man sie überallhin mitnehmen kann. Und mit Touchscreens konnte man zum ersten Mal mit einem Computer interagieren, indem man ihn direkt berührt.

Das Zeitalter des Immersive Computing, das Virtual und Augmented Reality einläutet, trägt laut Bavor eine weitere Ebene der Abstraktion ab: Wir schauen und tippen nicht mehr auf einem kleinen Bildschirm, sondern schauen uns einfach um und interagieren mit digitalen Objekten, die uns im Raum umgeben. Bei dieser neuen Art von Interface geht die reale und die digitale Welt nahtlos ineinander über.

Mehr als zehn Jahre bis die Technologie im Alltag ankommt

Bavor ist sich bewusst, dass eine solche Wirklichkeit noch weit entfernt ist. Doch wie lange wird es dauern, bis diese Vision verwirklicht ist? Um das einzuschätzen, müsse man zuerst wissen, wo die heutige Technologie steht, meint Bavor.

Er hält es für falsch, die Entwicklung in diesem Bereich mit dem iPhone zu vergleichen, das vor zehn Jahren auf den Markt kam. Die Geschichte mobiler Telefone reiche bis ins Jahr 1984 zurück. Damals erschien mit dem DynaTAC 8000X die erste Generation Handy.

Dies sei ein passenderer Vergleich, meint Bavor und betont zugleich, dass er nicht glaubt, dass das Immersive Computing dreißig Jahre brauchen wird, bis es im Alltag kommt. Der technologische Schritt sei unaufhaltsam: Die Geräte würden im Lauf der Jahre günstiger und leichter zu gebrauchen.

Dann würden mehr und mehr Menschen den Nutzen der Technologie sehen. Die Frage sei nicht ob, sondern wann die Technologie im Leben der Menschen ankommt.

Was ist nötig für die Weiterentwicklung?

Die erste Aufgabe bestehe darin, die Brillen bequemer, benutzerfreundlicher und portabler zu machen. Die autarken Daydream-Brillen seien ein Schritt in die richtige Richtung. Daneben sind Verbesserungen in vielen weiteren Bereichen wie der Display- und Sensortechnologie nötig.

Die Auflösung der Displays müsse sich um den Faktor 30 erhöhen, um der menschlichen Retina gerecht zu werden. Außerdem müssten die Sensoren die Umgebung millimetergenau erkennen.

Gegen Ende seines Artikels weist Bavor darauf hin, dass heutige VR- und AR-Brillen größtenteils Technologie verwenden, die von Smartphones stammen. Das sei, als würde man Flugzeuge mit Bestandteilen von Fahrrädern und Autos bauen, schreibt Bavor.

In den nächsten Jahren werde man mehr Komponenten haben, die von Grund auf für Virtual und Augmented Reality entwickelt wurden. Diese würden Geräte ermöglichen, die zu weitaus mehr in der Lage sind als die heutige Technologie.

| Featured Image: Google | Source: Medium

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