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Google Expeditions startet: Virtuelle Ausflüge für Schulklassen

von Matthias Bastian29. September 2015

Google bringt Virtual Reality in den Klassenraum. Bereits auf der Entwicklerkonferenz I/O im Mai 2015 wurde “Expeditions” erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. In den kommenden Wochen werden laut Google “tausende Schulen” in den USA, Australien, England und Brasilien besucht. Voraussetzung: Pro Schule braucht es mindestens sechs interessierte Lehrer. Die Schulen, die am meisten Interesse zeigen, werden auch zuerst besucht. Expeditions ist Teil der Initiative Google for Education, die Schulen unter anderem Tablets mit speziellen Lernumgebungen für den Unterricht zur Verfügung stellt.

Stell Dir vor den Meeresgrund oder die Oberfläche des Mars zu besuchen – an nur einem Nachmittag. Mit Expeditions können Lehrer ihre Klassen auf einen immersive virtuelle Reise mitnehmen und ihren Unterricht lebendig machen. Google PR

Mit Smartphones und Cardboards sollen Schüler in die virtuelle Realität eintauchen und dort lernen. Ersetzt wird hier natürlich nicht der Ausflug zur Jugendherberge im Nachbarort. Ziel von Expeditions ist es vielmehr, Orte oder historische Ereignisse erlebbar zu machen, die die Schüler ansonsten nur auf Bildern oder in Büchern sehen würden. Die Virtual-Reality-Erfahrung läuft synchron für alle Schüler ab und kann vom Lehrer über ein Tablet gesteuert werden. So wird der VR-Ausflug ein gemeinsames Erlebnis. Übrigens: Lisa Simpson träumte schon in den 90ern davon. 😉

Besser lernen mit Virtual Reality?

Immersives Lernen ist die große Überschrift über Virtual-Reality-Lernprojekten. Diese dürften in den kommenden Jahren ein wachsender Markt im Bildungssektor werden. Denn die neue Technologie verspricht großes Potenzial für das Lernen: Durch das Gefühl der Präsenz, also wirklich vor Ort zu sein, sollen die virtuellen Lernerfahrungen besonders tief im Gedächtnis der Lernenden verankert werden, da sie die Emotionen wesentlich stärker stimulieren und nicht nur rein rationales Wissen vermitteln. Geschehnisse, die man selbst erlebt hat, erinnert man für gewöhnlich besser als jene, von denen man nur gehört hat – so lautet jedenfalls die These der Dienstleister und Agenturen, die diese Projekte aktuell umsetzen. Empathie ist hier das Buzzword der Stunde. Ob sich diese Annahme als wahr herausstellt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Google scheint es zumindest in Betracht zu ziehen und erkundet mit Expeditions die virtuellen Lernumgebungen erstmals in Kooperation mit Schulen. Allerdings hat der Internetriese auch das nötige Kleingeld, um derartige Experimente zu wagen. Der positive Nebeneffekt: Neue Freunde im Bildungssektor. Denn Geld verlangt Google für Expeditions erstmal nicht. “Wir sind noch nicht soweit darüber nachzudenken, ob Expeditions mal ein Produkt wird”, sagt Ben Schrom, Produktmanager von Expeditions und Google Mitarbeiter.

Klassenräume sind einzigartige Umgebungen, speziell wenn man Technologie einsetzen will. Die aktuelle Idee hinter Expeditions ist, dass wir Virtual Reality in die Klassenräume bringen, den Lehrern dabei helfen die Technologie zu verstehen, um dann rauszufinden, was wir damit alles anstellen können. Ben Schrom, Produktmanager Expeditions

Neben Google gibt es zahlreiche andere VR-Projekte, die sich dem Thema Bildung widmen. Ein weit fortgeschrittenes Projekt ist die Apollo-11-Mission. Die Entwickler haben es sich zum Ziel gesetzt, die erste Mondlandung in Virtual Reality erlebbar zu machen – sicherlich nicht nur für Schüler interessant. Oculus VR dagegen bleibt dem Bildungssektor erstmal fern, zumindest dann, wenn es um jüngere Kinder geht. Denn die VR-Brille Oculus Rift hat vorerst eine Altersfreigabe ab 13 Jahren – genauso wie das soziale Netzwerk Facebook. Der Grund dahinter: Noch ist völlig unbekannt, wie Virtual Reality sich auf unsere Wahrnehmung langfristig auswirkt – Oculus VR und Facebook gehen auf Nummer sicher.

Mehr über Google Expeditions und die Anmeldung für das Programm gibt es hier.

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Trailer:

| VIA: USA Today
| IMAGE TITLE: Google for Education, YouTube (Screenshot)