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Google Glass: Tanzen gegen Parkinson

von Carolin Albrand16. August 2015

Die Mark Morris Dance Group setzt zusammen mit der Agentur SS+K die App ‘Moving Through Glass’ um, eine Augmented-Reality-Anwendung speziell für Parkinson-Patienten. Finanziert wird das Projekt durch die Explorer Förderung für Non-Profit Organisationen von Google. ‘Moving through Glass’ ist eines von aktuell fünf Projekten.

Für die Tanzgruppe aus New York ist die App eine Erweiterung ihres Projekts “Tanzen für Parkinson-Patienten”. Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die umgangssprachlich auch als Schüttellähmung bezeichnet wird. Durch nach und nach absterbende Nervenzellen sind Patienten in ihrer Beweglichkeit immer stärker eingeschränkt. Hauptsymptome sind häufig ein starkes, unkontrollierbares Schütteln der Hände, fehlende Koordination und Orientierungslosigkeit. Parkinson ist zurzeit nicht heilbar. Aber wie bei vielen degenerativen Erkrankungen hilft Bewegung, um die Nerven zu stimulieren und die Beweglichkeit solange wie möglich zu erhalten. Aus diesem Grund bietet die Mark Morris Dance Group Tanzkurse für Parkinson-Erkrankte an. Die Idee dahinter: Die fließenden Bewegungsabläufe, die professionellen Tänzern dabei helfen ihre Koordination, Kraft und Balance aufzubauen, kann auch Menschen mit Bewegungsstörungen helfen. In New York werden regelmäßig Workshops angeboten, die gute Resultate erzielen. Mit der App für Google Glass sollen die Patienten nun die Möglichkeit haben auch außerhalb der Workshops die Übungen in ihren Tagesablauf zu integrieren.

Augmented-Reality-App: Moving Through Glass für Google Glass

Die App wirft transparente Videos in das Sichtfeld des Nutzers. Über einfache Sprachbefehle können verschiedene Übungen abgerufen werden. So reagiert die App beispielsweise auf den Satz “Ok Glass, Warm me up” und zeigt dem Patienten Videos mit Übungen, die dabei helfen den Körper in Gang zu bringen. Die Videos werden entweder von Anweisungen eines Trainers unterlegt oder motivieren mit Musik.

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Sagt man “Balance me” zur Datenbrille, können Übungen gemacht werden, die gezielt die Koordination und Balance fördern. Beim Spazierengehen hört Glass auf “Walk with me” und simuliert einen Trainer, der vor dem Patienten läuft und den Rhythmus vorgibt. Auch die bisweilen auftretenden Muskelstarren können gezielt mit Übungen gelockert werden.

Anfangs haben wir eine sehr, sehr detaillierte Anwendung entwickelt, die sehr viele Steureungs- und Menüoptionen hatte. Wir dachten, dass unsere Zielgruppe darauf angewiesen ist, die Anwendung sehr kleinteilig zu steuern und auf ihre Bedürfnisse einzustellen. Aber sehr schnell haben wir festgestellt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. Letztendlich haben wir eine App entwickelt, die mit nur zwei Handgriffen oder per Sprachsteuerung startet und den Nutzer durch ein ganzes Set an Übungen führt. Kevin Skobac, Digitale Strategie SS+K

Die App ist noch nicht frei erhältlich und wird auf Anfrage von der Agentur SS+K zur Verfügung gestellt.

Demovideo zur Anwendung Moving Through Glass:

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| IMAGES: YouTube
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