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Google, HTC, Oculus, Samsung und Sony gründen Virtual-Reality-Verband

von Matthias Bastian7. Dezember 2016

Quasi aus dem Nichts tun sich die wichtigsten Unternehmen des derzeitigen Virtual-Reality-Marktes zusammen und gründen einen Verband. Auffällig ist, dass Valve auf der Mitgliederliste fehlt.

Google, HTC, Oculus, Samsung, Sony und Acer gründen gemeinsam die “Global Virtual Reality Association” (GVRA), die laut einer Pressemitteilung darauf abzielt, “das Potenzial von VR zu erschließen und zu maximieren.”

Ziel der GVRA sei es, die verantwortliche Entwicklung und Adaption von Virtual Reality global zu vertreten. Der Verband will Best-Practice-Beispiele teilen, Forschung beauftragen und die internationale VR-Gemeinschaft zusammenführen. Außerdem soll die Gruppe Anlaufstelle sein für Konsumenten, Entscheider und die Industrie.

VR besitzt das Potenzial dafür, die kommende große Plattform der Computertechnologie zu werden und für Verbesserungen in verschiedenen Bereichen, von der Bildung bis zum Gesundheitswesen, zu sorgen und damit einen bedeutenden Beitrag zur globalen Wirtschaft zu leisten. Mithilfe von Forschung, internationalen Anstrengungen und der Entwicklung von Best-Practice-Standards streben die Gründungsunternehmen der Global Virtual Reality Association das Ziel an, das Potenzial von VR zu erschließen und zu optimieren. Damit soll gewährleistet werden, dass diese Errungenschaften sich so weit wie möglich weltweit verbreiten. Auszug aus der Pressemitteilung

Was bedeutet das für Endverbraucher?

Was genau dieser Zusammenschluss für Konsumenten bedeuten könnte, ist unklar. Google launchte erst Anfang November mit Daydream VR eine neue Plattform, die andere Hersteller aus dem eigenen Markt ausschließt. Auch Oculus VR betreibt mit Oculus Home eine geschlossene Plattform und kooperiert dafür mit Samsung. Sony integrierte die eigene VR-Brille Playstation VR ebenfalls in das vollkommen abgeriegelte Playstation-Ökosystem.

Ein bisschen ungewöhnlich ist es schon, wenn sich die ärgsten Wettbewerber plötzlich zusammentun, um das gemeinsame Thema voranzutreiben. Vielleicht ist es die Einsicht, dass neue Märkte gemeinsam und nicht allein im Wettbewerb geschaffen werden?

Auffällig ist, dass mit Valve ein wichtiges Unternehmen der aktuellen VR-Industrie kein Mitglied der GVRA ist. Und zwar genau jenes, das mit Steam eine offene Plattform betreibt, die Geräte verschiedener Hersteller zulässt und zusammenführt. Es scheint unwahrscheinlich, dass Valve nicht gefragt wurde – es wird sich wohl um eine bewusste Entscheidung gegen die GVRA handeln. Über die Gründe kann man nur spekulieren.

Valve beteiligt sich allerdings an anderer Stelle an der Entwicklung technischer VR-Standards und unterstützt unter anderem die Khronos Group, die an offenen Programmierschnittstellen und neuen 3D-Dateiformaten für Web-VR arbeitet.

Weitere Informationen zur GVRA gibt es auf der offiziellen Webseite. Stimmen der einzelnen Unternehmensvertreter zur Gründung des Verbands stehen hier.

| Featured Image: GVRA

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