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Google könnte seine VR- und AR-Technologie zusammenführen

von Tomislav Bezmalinovic16. Januar 2017

Auf der CES stellte ASUS das Zenfone AR vor, das erste Smartphone, das sowohl Googles VR-Plattform Daydream unterstützt als auch deren Tango-Tiefensensor verbaut hat. Damit vereint das Smartphone VR-  und AR-Technologie in einem handlichen Gerät. Laut Johnny Lee ist es derzeit noch nicht möglich, beide Funktionen zugleich zu nutzen. Könnte sich das in Zukunft ändern?

Das Potenzial einer Fusion der beiden Technologien in einem Smartphone ist groß. Der Tiefensensor könnte räumliches Tracking ermöglichen, sodass Kopfbewegungen in die Tiefe erfasst und in die Virtual Reality übertragen werden, ohne dass externe Sensoren notwendig wären. Das ist ein wichtiges Feature, das mobile VR-Lösungen derzeit noch vermissen lassen. Oder er könnte Mixed-Reality-Anwendungen ermöglichen und reale Gegenstände in die virtuelle Welt holen.

In einem Interview mit dem US-Blog Upload VR äußert sich Johnny Lee, der Leiter von Googles Tango-Abteilung, zu einer möglichen Fusion von Googles VR- und AR-Technologie: “VR und Tango stellen hohe Anforderungen an die Rechenleistung. Wenn man beide gleichzeitig laufen lässt, überhitzt das Gerät schnell… aber wir testen sowohl Hardware als auch Software und sind begeistert von dem Potenzial einer Fusion der beiden Technologien.”

Lee sagt, dass sich das Tracking von Tango mit jedem Update verbessere. Mixed-Reality-Anwendungen, auf die er sich freue, wären Navigationshilfen in Innenräumen und neue Möglichkeiten einzukaufen. Google experimentiert derzeit mit dem US-Bekleidungsriesen Gap an einer App für Tango, mit der man eine virtuelle Schaufensterpuppe zuerst nach den eigenen Körperproportionen modellieren und danach digital einkleiden kann.

Ob Tango eines Tages so präzise und effektiv arbeitet, dass man die Technologie für Inside-Out-Tracking verwenden kann, muss sich erst noch zeigen. Oculus, Qualcomm und Intel arbeiten derzeit an autarken VR-Brillen, die alle nötigen Komponenten im Gehäuse verbaut haben und mit Hilfe von Tiefenkameras in der Lage sind, sich ohne externe Sensoren im Raum zu verorten.

Auf der CES konnten Journalisten die neusten Prototypen von Qualcomm und Intel ausprobieren. Ihr Fazit fällt ernüchternd aus. Oculus’ Prototyp namens Santa Cruz scheint derzeit noch das vielversprechendste Gerät zu sein, was das Inside-Out-Tracking betrifft. Allerdings wurde die Brille Journalisten bisher nur einmal und unter idealen räumlichen Bedingungen vorgeführt.


| Featured Image: Google

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