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Google: Neue Augmented-Reality-Demos

von Matthias Bastian3. November 2015

Project Tango von Google ist ein Tablet, das mit reichlich Rechenleistung und zahlreichen Sensoren ausgestattet ist, um die Umgebung in Echtzeit zu vermessen und zu digitalisieren. Potenzial bietet das Tablet daher sowohl für Augmented- als auch für Virtual-Reality-Anwendungen.  Da Google sich offenbar selbst noch nicht ganz sicher ist, was man damit alles anstellen kann, wurde Mitte Juni ein Designwettbewerb ausgeschrieben. Jetzt sind die Ergebnisse da.

Neben Sensoren für die Bewegungs- und Positionserkennung filmt Tango mit einer Front- und Backkamera die Umgebung. Ein weiterer 3D-Tiefensensor gewinnt Informationen über die Beschaffenheit der Umgebung. So kann Project Tango beispielsweise Orte in Echtzeit kartieren und mit digitalen Informationen anreichern. Diese Funktionen sollten App-Entwickler in Googles Designwettbewerb möglichst effektiv ausnutzen, dabei gab es ein maximales Preisgeld von rund 15.000 US-Dollar für die Gewinner-Idee. Die Ergebnisse hauen garantiert niemanden vom Hocker, sind aber trotzdem ein interessanter Fingerzeig, wie wir dank neuer Sensortechnologien in Zukunft arbeiten oder spielen könnten.

Der “Best of Show”-Award ging an WeR Cubed, einer Virtual-Reality-App, die mit Tango und einer Cardboard VR-Brille funktioniert. Dabei handelt es sich um relativ simples Puzzlespiel, das sowohl traditionell mit dem Touchscreen als auch auch mit Blicksteuerung in Virtual Reality bedient werden kann. Die Besonderheit ist, dass sich die einzelnen Puzzleblöcke in die Umgebung integrieren. So wird beispielsweise die Bürowand zur Spielfläche. Ein kurzes Demovideo gibt es hier. Der Preis für die beste Utility-App ging an Phi.3D von Dot Product. Mit der App lässt sich die Umgebung in Echtzeit scannen und mit Daten anreichern, um daraus hochwertige 3D-Modelle zu erstellen. Diese können dann am PC bearbeitet und erweitert werden. Nützlich ist das beispielsweise für Ingenieure bei der Konstruktion von Industrieumgebungen oder Maschinen. Prinzipiell lässt sich diese Methode aber in in einer Vielzahl von Anwendungsfällen einsetzen. Ein weiteres Spiel hat in der Kategorie VR und AR gewonnen: Bei InnAR Wars wird das Wohnzimmer zur Spielumgebung. Der Spieler betrachtet die Umgebung durch die Kamera des Tablets, eine digitale Spieloberfläche wird berechnet und über das Kamerabild gelegt. Auch in der Kategorie Entertainment ging der Preis an ein Spiel: Bei Ghostly Mansion muss man mit Hilfe der Sensoren im Tango verschiedene Rätsel lösen, um Türen zu öffnen und aus einem verfluchten Haus zu entkommen.

Die Sieger-Apps sind kostenlos hier im Google Playstore erhältlich, laufen allerdings nur auf dem Project Tango Prototypen. Wer den kaufen möchte, kann das hier tun, allerdings sollte man dafür Entwickler sein und exakt 512 Euro ausgeben wollen. Mehr zu Project Tango und das technische Datenblatt gibt es hier.

| VIA: RoadtoVR
| FEATURED IMAGE: Ralph Barbagallo, YouTube