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Google stellt Android VR, 3D-Controller und Virtual-Reality-Brille vor

von Matthias Bastian18. Mai 2016

Auf der Entwicklerkonferenz I/O 2016 stellte Google die zukünftige Virtual-Reality-Strategie vor. Android VR hört auf den Namen “Daydream” und soll ab Herbst die Qualität von mobilen VR-Erfahrungen durch die Bank anheben – besseres Lowtech-VR statt Highend ist die Devise. Das klingt im ersten Moment wenig spektakulär, ist aber eine wichtige Grundlage für hochwertigere mobile VR-Erfahrungen in der Zukunft.

Statt einer selbstentwickelten VR-Brille, ähnlich wie Samsung Gear VR, zeigte Googles VR-Chef Clay Bavor ein neues Referenzdesign für eine “sehr bequeme” Smartphone-Brille. Ähnlich wie zuvor bei Googles Cardboard-Brille können Hersteller dieses Referenzdesign adaptieren, um eine eigene, angepasste mobile VR-Brille auf den Markt zu bringen. Die Brille ist wie gehabt auf ein Smartphone angewiesen, um die VR-Erlebnisse darzustellen. Das entspricht Googles grundsätzlicher Überzeugung, dass Virtual Reality “einfach, zugänglich und bezahlbar” sein muss.

Neben dem Referenzdesign für die VR-Brille hat Google auch einen neuen Controller entwickelt, der mit Bewegunssensoren, einigen wenigen Buttons und einer Touchfläche ausgestattet ist. Auch der Controller wird als Referenzdesign angeboten und kann von Herstellern entsprechend adaptiert werden. Auf den ersten Blick ist das Gerät eine Mischung aus einer fortschrittlicheren Variante von Nintendos Wiimote und der Oculus Fernbedienung. Dank der verbauten Sensoren kann der Controller Bewegungsgeschwindigkeit und die Orientierung im Raum erkennen und in Virtual Reality übertragen.

Googles neues Referenzdesign für einen mobilen Virtual-Reality-Controller.

Googles neues Referenzdesign für einen mobilen Virtual-Reality-Controller. BILD: Google

Mit dem “Daydream”-Programm launcht Google ein VR-Ökosystem, das VR-Enthusiasten in Zukunft eine höhere Qualität bei mobilen Virtual-Reality-Anwendungen garantieren soll. Die Initiative setzt bereits bei den Smartphones an: Zahlreiche Hersteller, darunter auch Samsung, sollen ab Herbst “Daydream-ready”-Geräte auf den Markt bringen, die Googles VR-Mindestvoraussetzungen an die Leistung des Smartphones und insbesondere der verbauten Sensoren erfüllen. Google garantiert für Daydream-VR unter anderem eine Latenz unter 20ms, das ist die magische Grenze, unterhalb der sich das Headtracking glaubhaft und flüssig anfühlt.

VR-Ready Smartphones und ein Bewegungscontroller sollen Mobile-VR interessanter machen.

VR-Ready-Smartphones und ein Bewegungscontroller sollen Mobile-VR interessanter machen. BILD: Google

Auch bei der Software soll sich viel tun. Entwickler haben dank Daydream, das ab Android N zur Kernausstattung von Googles Betriebssystem gehört, zahlreiche neue Möglichkeiten, um mobile VR-Apps besser zu optimieren. Ein neuer Bereich im Google Play Store widmet sich ganz dem Thema Virtual Reality, außerdem bietet Google eine neue, für VR optimierte Benutzeroberfläche an, die stark an Oculus Home erinnert. Besonders gespannt darf man auf eine neue Version der YouTube-App sein, die von Grund auf für Virtual Reality gestaltet wurde und unter anderem besseres Videostreaming, Raumklang und ein neues Interface mit Sprachsteuerung bieten wird.

| All Images: Google (Screenshots)