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Google: Eine Million UK-Schüler sollen mit der VR-Brille lernen

von Matthias Bastian18. November 2016

Update vom 18. November 2016:

Google treibt das Thema Virtual Reality in der Schulbildung weiter voran. Ergänzend zu der schon jetzt kostenlos verfügbaren App (siehe unten) soll Googles Expedition-Team Schulen in UK besuchen und die neue Technologie bekannt machen, mögliche Einsatzszenarien besprechen und die VR-Brille sinnvoll in den Unterricht einbinden. Das Angebot ist für die Schulen kostenlos.

Abgedeckt werden die Städte Edinburgh, Cardiff, Belfast, Newcastle und Inverness. Bis zu einer Millionen Schüler möchte Google in den kommenden Monaten erreichen.

“Virtual Reality kann die Vorstellungskraft der Schüler entfachen und sie auf begeisternde Art lehren, wie das Blut durch den menschlichen Körper fließt oder wie der Klimawandel das Great Barrier Reef verändert”, sagt Google-CEO Sundar Pichai bei einer Veranstaltung im Google Hauptquartier in London.

Ursprüngliche Meldung vom 28. Juni 2016: Google VR: Expeditions-App ab sofort als Download verfügbar

Virtuelle Schul- oder Teamausflüge für jedermann: Googles Expeditions-Programm verlässt den Beta-Status. Lehrer können ab sofort in Virtual Reality unterrichten. Alles was es dafür braucht, sind ein paar Cardboard-Brillen und Smartphones. Die App ist genial.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit Google ab und an den Markt aufrollt. Während andere Unternehmen noch damit beschäftigt sind, einige tausend VR-Brillen an Vorbesteller zu versenden, bringt Google Virtual Reality weltweit in die Klassenzimmer. Und das nur mit einer Pappschachtel, einem Smartphone und einer App. Ersetzt wird hier natürlich nicht der Ausflug zur Jugendherberge im Nachbarort. Ziel von Expeditions ist es, Orte oder historische Ereignisse erlebbar zu machen, “an die kein Schulbus gelangt” – so formuliert es Google selbst.

Seit der Ankündigung auf der Entwicklerkonferenz I/O 2015 führte Google zahlreiche Pilotprojekte an Schulen weltweit durch und vermeldete Mitte des Jahres, dass schon über eine Million Schüler in der virtuellen Realität lernen konnten. Ab sofort steht die Expeditions-App kostenlos im Google-Play-Store als Download bereit. Voraussetzung für die Installation der App ist ein Smartphone, das mit mindestens Android 4.4 läuft.

Super einfach, super schnell: Entdecker und Expeditionsleiter in Virtual Reality werden

Die App bietet  zwei Zugänge: Die “Entdecker” sind Schüler oder Teilnehmer der Expedition, die 3D-360-Bilder in einer Cardboard-Brille ansehen können. Dafür brauchen sie ein Android-Smartphone mit Expeditions-App und eine VR-Pappbrille.

Der “Guide” übernimmt die Rolle des Expeditionsleiters. Er schaut die Szene nicht durch eine VR-Brille, sondern direkt auf dem Smartphone-Display an. Dort stehen Informationen zum genauen Inhalt eines Bildes und mögliche Fragen. Zusätzlich hat der Lehrer die Möglichkeit, die Blicke der Schüler über ausgewählte Interessenspunkte zu leiten. Tippt der Lehrer einen solchen Punkt auf seinem Smartphone-Display an, bekommen die Schüler in der VR-Brille automatisch einen Pfeil angezeigt, der ihnen die korrekte Blickrichtung vorgibt. Der Expeditionsleiter wiederum sieht auf seinem Smartphone, wohin seine Schützlinge gerade blicken. Die Bilder werden mit einem einfachen Knopfdruck an die Smartphones der Schüler gestreamt und mit einem erneuten Knopfdruck wird die Übertragung wieder gestoppt – viel einfacher geht es nicht. Damit das funktioniert, müssen Lehrer und Schüler im gleichen Wlan sein.

Die App beinhaltet derzeit rund 200 Expeditionen, die sich über alle Wissensbereiche erstrecken. Im Erdkundeunterricht besichtigt man die chinesische Mauer oder den Mount Everst, in Biologie findet der Unterricht über Haie auf dem Meeresboden statt und in Geschichte betrachtet man die Landefähre der Apollo 11-Mission direkt auf der Mondoberfläche. Die Liste an verfügbaren Expeditionen soll kontinuierlich erweitert werden. Ganz ehrlich, liebe Lehrer: Probiert es aus, eure Schüler werden euch lieben. So anschaulich war Unterricht noch nie. Mehr Informationen gibt es auf Googles offizieller Webseite zum Expeditions-Programm.

| Featured Image: Google