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Google VR180: Kameras von Lenovo und Yi erscheinen im Frühling

von Matthias Bastian10. Januar 2018

Googles neue VR-Kameras filmen zwar nur 180-Grad, die dafür in ordentlicher Qualität und mit stereoskopischem 3D-Effekt. Den Anfang machen Lenovo und Yi Technologies im Frühling. Ein Preis steht noch nicht fest.

“Speicher Deine Erinnerungen”, heißt es in Googles neuem Spot (siehe Video unten), in dem das neue Format bekannt gemacht wird. Damit berührt Google ein großes Potenzial der 360-Grad-Kameras: Wie halten Menschen Erlebnisse fest, sodass sie diese möglichst authentisch noch einmal durchleben und erinnern können?

Gegenüber der flachen 2D-Kamera bieten 360-Grad-Kameras und mit Abstrichen auch Googles neue 180-Grad-Kameras den Vorteil, dass man mit ihnen weniger stark oder fast gar nicht mehr inszenieren muss – die Geräte sind stille Beobachter, die einen Moment so speichern, wie er passiert.

Meinen letzten Urlaub, eine Reise durch Japan, knipste ich bewusst ausschließlich in 360-Grad, um diese Wirkung selbst zu erforschen. Ich finde, das Konzept geht auf: Die 360-Grad-Dokumentation der Reise, die man besser in der VR-Brille, aber auch am Monitor anschauen kann, ist nicht mehr vergleichbar mit herkömmlichen Fotoaufnahmen. Sie bietet einen viel stärkeren Bezug zu Orten und Räumen und fühlt sich an wie ein kurzer Trip in die Vergangenheit.

Genau auf diesen Effekt zielt Google mit den neuen VR180-Kameras: “Die wenigsten Menschen nutzen ihre Kameras, um ästhetisch schöne Bilder zu machen”, sagt Googles VR-Chef Clay Bavor. “Es geht darum, Augenblicke zu erinnern.”

Nicht die Fotos seien das Ziel, sondern das, was passiert, wenn man diese betrachtet. Für Bavor sind die Kameras ein kleiner Schritt in der langen Fortentwicklung von VR-Technologien.

Lenovo und Yi machen den Anfang

Lenovo und der chinesische Kamerahersteller Yi Technologies bringen im Laufe des Frühlings die ersten Geräte auf den Markt. Eine VR180-Kamera von LG folgt später, außerdem soll Panasonic an einem 180-Grad-Modul für die Foto- und Videokamera Lumix GH5 arbeiten.

Die Lenovo-Kamera Mirage hat zwei 13-Megapixel-Fisheye-Linsen verbaut für ein 180-Grad-Blickfeld. Die Blende ist mit f/2.1 recht lichtempfindlich. Videos können in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde und stereoskopischem 3D-Effekt aufgenommen und bei Youtube live gestreamt werden. Der interne Speicher liegt bei 16 Gigabyte und kann per Micro-SD-Karte erweitert werden. Berechnungen übernimmt ein Snapdragon-626-Chip, der Akku hat 2.200 mAh.

Vorder- und Rückseite von Lenovos Mirage VR180-Kamera. Bild: Lenovo

Vorder- und Rückseite von Lenovos Mirage VR180-Kamera. Bild: Lenovo

Die Horizon-Kamera von Yi Technologies funktioniert weitgehend identisch, zeichnet Videos aber mit einer etwas höheren Auflösung von 5,7K in 3D bei ebenfalls 30 Bildern pro Sekunde auf. Das Modell von Yi hat für die Bedienung rückseitig einen rotierbaren Touchscreen verbaut. Die Lenovo-Kamera wird über eine Smartphone-App bedient.

Die Yi-Horizon-Kamera hat rückseitig einen Touchscreen verbaut. Bild: Yi Technologies

Die Yi-Horizon-Kamera hat rückseitig einen Touchscreen verbaut. Bild: Yi Technologies

Sowohl die Lenovo- als auch die Yi-Kamera tragen das Daydream-Logo. Mit Googles VR180-Kameras produzierte Videos können via Youtube sowohl am Monitor als auch in allen gängigen VR-Brillen mit Youtube-Zugang angesehen werden.

Google kündigte die VR180-Initiative im vergangenen Sommer an, in den letzten Monaten wurden bekannte Youtuber und Promis mit ersten Testgeräten versorgt. Die Videos sind exklusiv in der Youtube-App für Daydream VR abrufbar.

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