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Google will Computern das Komponieren und Witzemachen beibringen

von Tomislav Bezmalinovic24. September 2017

Douglas Eck leitet Googles Magenta-Projekt, das einer künstlichen Intelligenz beibringen will, Musik und Kunst zu schaffen. In einem Interview berichtet Eck von ersten Erfolgen. Und Experimenten, die ins Leere liefen.

Eck beschäftigt sich schon seit 15 Jahren eingehend mit Musik, weshalb er der KI zuerst das Komponieren beibringen will. “Du musst irgendwo beginnen. Und wenn du in einem so komplizierten und bedeutenden Bereich wie der Musik Fortschritte erzielst, dann besteht Hoffnung, dass sie sich auch auf andere Bereiche übertragen lassen”, sagt Eck gegenüber MIT Technology Review.

Der Forscher verweist auf eine musikalische Improvisation der KI und stellt heraus, dass sie nicht bloß Noten erzeugt, sondern auch entscheidet, wie schnell und wie laut die einzelnen Noten gespielt werden. Als Lerngrundlage dienten der KI eine Reihe von Klavierkonzerten.

Die nächste Herausforderung für das Team bestehe darin, dass die KI nicht nur improvisiert, sondern längere Kompositionen mit einer übergreifenden Struktur anfertigt. Dabei wollen die Forscher der KI absichtlich keine Vorschriften machen. “Unser Ziel ist ein abgeschlossenes KI-Modell, das auf all diese strukturellen Fragen selbst eine Antwort findet”, sagt Eck.

Schlecht beim Witzemachen

Neben dem Komponieren von Musik versuchten die Forscher der KI das Zeichnen beizubringen und fütterten sie mit Millionen einfacher Kritzeleien. Zum Beispiel von Katzen.

“Weil sich die KI nicht alle einzelnen Striche merken kann, muss sie lernen, was Katzen ausmacht, das heißt, welche Merkmale eine Million Katzenzeichnungen teilen. So kann sie selbst neue Katzen kritzeln lernen. Die Zeichnungen sind wirklich interessant und erinnern auf unheimliche Weise an menschliche Katzenzeichnungen”, erzählt Eck.

Doch nicht alle Bemühungen des Teams waren von Erfolg gekrönt. So gelang es den Forschern nicht, der KI das Witzemachen beizubringen. Eck wollte, dass sie Witze erfindet, die auf einfachen Pointen und Wortspielen beruhen. Dafür hätte die KI zuerst die Bedeutung eines Satzes verstehen und diese anschließend manipulieren müssen, um einen überraschenden Effekt zu erzielen. Das sei jedoch nicht gelungen.

Das jüngste Projekt des Teams dreht sich um die Frage, ob KI von Feedback lernen kann. Dies sei ein zentrales Merkmal herausragender Künstler: “Die Beatles brachten zwölf Alben heraus und jedes war anders und beweist, dass die Musiker von ihrer unmittelbaren Umgebung aber auch anderen Musikern ihrer Zeit lernten”, sagt Eck. Künstler seien nicht statisch. Eine KI sollte das ebenso wenig sein.

| Featured Image: Pexels | Source: MIT Technology Review

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