Künstliche Intelligenz erfolgreich in Unternehmen einzusetzen, ist laut Googles Cloud-KI-Chef Andrew Moore eine große Herausforderung.

Wenn ein Unternehmen besorgt sei, dass die eigenen Geschäfte durch ein Silicon-Valley-Startup übernommen würden, sehe es häufig KI als Antwort auf diese Bedrohung, sagt Moore zu MIT.

Künstliche Intelligenz sei jedoch kein Wundermittel, kein „magischer Staub“, den man auf eine Organisation streue und sie so klüger mache: KI erfolgreich einzubinden sei Schwerstarbeit, eine Handwerkskunst. Vorgefertigte Lösungen existierten nicht.

Es geht um (die richtigen) Daten

Häufig würden Unternehmen die Rolle von Daten überschätzen: „Wenn die Leute kommen und sagen: ‚Ich habe diese riesige Datenmenge, sicher gibt es einen Wert, den ich daraus ziehen kann‘, führe ich erstmal ein ernstes Gespräch mit ihnen“, so Moore.

Zuerst müsse das Problem gefunden und von dort aus rückwärts gearbeitet werden bis zur Wunschlösung.

Erst dann könnten Automatisierungen definiert und die dafür notwendigen Daten gesammelt werden. Das benötige viel technisches und mathematisches Verständnis.

KI im öffentlichen Sektor

Moore stimmt zu, dass Regierungen KI mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. Der öffentliche Sektor könne von KI profitieren: Moore nennt das Bildungssystem, das Gesundheitswesen oder die Katastrophenvorsorge als Beispiele.

Er sei entsetzt über jeden Staat, der keine Künstliche Intelligenz in den öffentlichen Sektor bringe: „Wir haben auf so vielen Ebenen die Möglichkeit, Leben zu retten und zu verbessern“, sagt Moore.

Diese Veränderungen würden nicht schlagartig auftreten. Moore vergleicht die Umwälzungen durch KI mit dem Aufkommen der Elektrizität: „Es dauerte etwa zwei oder drei Jahrzehnte, bis die Elektrifizierung die Welt endgültig verändert hatte“, sagt Moore.

Google und das Militär: Zusammenarbeit ja, aber mit Regeln

Googles eigene KI-Kooperationen mit dem öffentlichen Sektor und speziell dem Militär sorgten zuletzt für reichlich Kritik. Insbesondere intern kam es zu Protesten: Mitarbeiter stellten sich gegen das eigene Unternehmen.

Auf die Frage, ob Google weiter mit dem Militär kooperieren werde, sagte Moore: „Wir werden unsere Arbeit mit Regierungen und dem Militär in vielen Bereichen fortsetzen, wie wir es seit Jahren tun.“ Diese Arbeit umfasse Cybersicherheit, Ausbildung, militärische Rekrutierung, Gesundheitsversorgung von Veteranen sowie Suche und Rettung.

Man habe aber klare Regeln und nehme die Bedenken der Angestellten ernst. Moore verweist auf die KI-Prinzipien, die Googles CEO Sundar Pichai im Juni veröffentlichte.

Moore hofft, dass diese Prinzipien weitere Organisationen von einer Zusammenarbeit mit Google überzeugen. „Wir sind systematisch darauf ausgerichtet, die vielen potenziellen ethischen Fallstricke zu vermeiden, die unerfahrene KI-Nutzer machen könnten.“


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