Update vom 1. Dezember 2017:

Digility 2018

Einen Monat nach dem Launch von Poly startet Google eine neue Programmierschnittstelle. Diese soll es Entwicklern leichter machen, Inhalte bei Poly zu finden und zu verarbeiten. Außerdem kann die gesamte Plattform an die eigene Anwendung angedockt werden, sodass App-Nutzer direkt aus VR Zugriff auf die Inhalte von Poly haben.

Google zeigt das unter anderem am Beispiel der VR-Schauspiel-App Mindshow. Nutzer können Requisiten direkt in VR aus Poly in die eigene Szene ziehen. Entwickler können sich hier einlesen.

Ursprünglicher Artikel vom 1. November 2017:

Google startet eine neue Plattform mit gigantischem Zukunftspotenzial: Poly könnte das YouTube für 3D-Inhalte werden.

Auf der neue Google-Plattform Poly können Nutzer 3D-Inhalte durchsuchen, herunterladen und teilen. Die Plattform unterstützt Web-3D und Web-VR, sodass Objekte direkt im Browser eingebettet oder mit einer Smartphone-Brille über den mobilen Chrome-Browser angesehen werden können. Die Bibliothek kann wie YouTube durchsucht werden, man gibt einfach den Namen des gewünschten Objekts ein. Eingebettete Inhalte sehen so aus:

3D-Inhalte können weiter – sofern es die Lizenz zulässt – miteinander kombiniert oder verändert werden. Google integrierte außerdem eine Funktion, mit der animierte 3D-Inhalte in einem kurzen GIF eingefangen werden und so noch universeller geteilt werden können.

GIF

Google schließt Poly direkt an die hauseigenen Virtual-Reality-Kreativ-Apps Tilt Brush und Google Blocks an, sodass 3D-Inhalte unmittelbar aus den Anwendungen zur Plattform hochgeladen werden können. Der direkte Upload von OBJ- und MTL-Dateien über die Webseite wird ebenfalls unterstützt.

Poly mag im ersten Moment unscheinbar wirken, ist aber für die Infrastruktur bei 3D-Inhalten und damit speziell VR und AR ein wichtiger Schritt. Theoretisch können Kreative und Entwickler über Poly einzelne 3D-Objekte oder ganze 3D-Welten sehr einfach miteinander teilen und abhängig von den Lizenzbedingungen in ihren eigenen Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen verarbeiten.

Konkurrenz für Sketchfab

Neu ist das Konzept hinter Poly nicht, die Online-Plattform Sketchfab ist bereits seit einigen Jahren im Netz und bietet nach eigenen Angaben die größte Bibliothek an 3D-Inhalten: Rund zwei Millionen Elemente sind dort verfügbar, während bei Poly laut Google derzeit einige tausend 3D-Objekte hinterlegt sind.

Sketchfab bietet unter anderem ein begehbares Virtual-Reality-Museum und seit neuestem native Unterstützung für Augmented Reality. Mehr als 100.000 der auf der Plattform verfügbaren 3D-Objekte können kostenlos in eigene Anwendungen integriert werden.

Ironischerweise kollidiert das Ziel der Sketchfab-Betreiber unmittelbar mit dem von Googles Poly: Die Mission des Unternehmens lautete bislang, das YouTube für 3D-Inhalt werden zu wollen.

Mehr Informationen zu Poly gibt es im Video unten und direkt im Google Blog.


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