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Googles Tango-Technologie schafft neue Räume für Virtual Reality

von Matthias Bastian3. Februar 2017

Eine Gruppe Forscher zeigt, wie die Virtual Reality von der Augmented Reality profitieren könnte.

Wissenschaftler aus der Interface-Abteilung des “Massachusetts Institute of Technology” nutzen die Computer Vision von Googles Tango-Technologie, um die reale Umgebung besser in die virtuelle Welt zu integrieren. Computer Vision ist die Fähigkeit eines Geräts, die Umgebung ähnlich wie ein Mensch zu sehen und sie dreidimensional aufzuzeichnen.

In der Videodemo unten sieht man einen Forscher, der mit einem Tango-Tablet einen Flur einscannt. Das Tablet hat einen integrierten 3D-Sensor, der die Umgebung mit Laserlicht abtastet und basierend auf den gewonnenen Daten eine grobe Punktewolke des Flurs berechnet. Diese Punktewolke wird verfeinert und dient anschließend als Grundlage für die virtuelle Welt, die dem realen 3D-Modell übergestülpt wird.

Ein möglicher Nutzen dieses Prozederes: Der begehbare Bereich des 3D-Scans kann exakt an die VR-Umgebung angepasst werden, sodass sich der VR-Brillenträger auf einem klar definierten Pfad bewegen kann, ohne Angst zu haben, dass er die Orientierung verliert oder gegen ein Hindernis stößt.

Projekt “Oasis” gibt einen Ausblick auf immersivere VR-Welten

Oculus Rift und HTC Vive blenden digitale Begrenzungen ein, sobald man den Trackingbereich verlässt, um das Risiko von Unfällen zu verringern. Auf Basis eines 3D-Scans kann der Raum noch besser in die VR-Umgebung eingearbeitet werden, wenn beispielsweise eine virtuelle und reale Wand übereinandergelegt werden.

Fasst man an die virtuelle Wand, spürt man einen realen Widerstand – das steigert die Immersion. In einem anderen Beispiel wird ein realer Stuhl gescannt und an gleicher Stelle in der VR-Welt positioniert, sodass man sich hinsetzen kann. Die VR-Spielhalle “The Void” aus New York funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, das die Macher auf den Namen “Mapped Reality” tauften.

Die VR-Brille im Video ist ebenso ein Tango-Tablet, das vor ein gewöhnliches VR-Plastikgestell geschnallt wird. Dank der integrierten 3D-Kamera funktioniert das räumliche Tracking ohne Kabel und externe Sensoren. Allerdings können Latenz und Präzision des Trackingverfahrens den stationären Highend-Brillen noch nicht das Wasser reichen.

Unabhängig davon zeigt das Experiment einmal mehr, dass VR und AR zwei Technologien sind, deren Fortentwicklung sich gegenseitig bedingt. Die Wissenschaftler tauften das Projekt auf den Namen “Oasis”, angelehnt an eine simulierte Zwischenwelt aus dem Sci-Fi-Bestseller “Ready Player One”.

Die dazugehörige Publikation “Procedurally Generated Virtual Reality from 3D Reconstructed Physical Space” wurde Anfang November auf der Wissenschaftskonferenz “Virtual Reality Software and Technology” in München mit einem Best-Paper-Award ausgezeichnet.

| Featured Image: MIT (Screenshot)

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