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Googles VR- und AR-Chef spricht über die Zukunft der Computer

von Tomislav Bezmalinovic6. Oktober 2017

Auf der Pixel-Pressekonferenz stellte Google eine Daydream View mit verbesserten Linsen und ein neues AR-Feature für die hauseigenen Smartphones vor. In einem Podcast erzählt Googles VR- und AR-Chef Clay Bavor, wie das Unternehmen Lichtstrahlen simulierte, um das optimale Linsendesign zu berechnen, wie es Laien für Augmented Reality begeistern will und wie sich Google die Zukunft der Computer ausmalt.

Im neuen Modell der Daydream View stecken Linsen, die von Google eigens für die Smartphone-Halterung entwickelt wurden. Um die optimalen physikalischen Eigenschaften der Linsen zu berechnen, programmierte das Unternehmen einen digitalen Lichtfeldsimulator, der vier Quadrillionen Lichtstrahlen simulierte. Da ein einzelner Computer hierzu nicht ausreichte, rechnete Google mit Hilfe der Cloud.

Auf der Pressekonferenz präsentierte das Unternehmen zudem ein spielerisches, neues AR-Feature: Die “AR Stickers” sind Sammlungen von 3D-Objekten, die man in die reale Umgebung einfügen kann, um kreative Selfies zu machen und mit Bekannten und Freunden zu teilen. Die Funktion ist Nutzern von Pixel-Smartphones vorbehalten und in die Kamera-App integriert.

Laut Bavor sollen die AR Stickers für Augmented Reality das Gleiche leisten wie Google Cardboard für Virtual Reality: Laien mit möglichst einfachen Mitteln das Potenzial einer neuen Technologie zeigen. Sollte das gelingen, dann sei das bereits ein großer Erfolg. Google kündigte mehrere Sticker-Sammlungen an, darunter eine für den neuesten Star-Wars-Film und die US-Serie “Stranger Things”.

Wohin die Reise geht

Im Podcast sprach Bavor auch über Googles Zukunftvisionen. Eines der größten Anliegen des Unternehmens sei, die Interaktion mit Computern intuitiver zu gestalten. Die langfristige Entwicklung führe weg von flachen Bildschirmen hin zu interaktiven Umgebungen. Ein Beispiel seien smarte Lautsprecher. Statt in Bildschirme zu starren, würden die Computernutzer zu Geräten sprechen, die im Raum verteilt sind.

Da sich Menschen durch Räume bewegen und die Welt dreidimensional wahrnehmen, würden digitale Inhalte nicht mehr flach, sondern mittels Virtual und Augmented Reality räumlich dargestellt. In dieser Form seien sie leichter zu verarbeiten und würden die Produktivität steigern.

Augmented Reality biete zusätzlich den Vorteil, dass digitale Inhalte in reale Umgebungen eingebettet und mit diesen interagieren können. Die aktuellen Möglichkeiten seien allerdings noch sehr beschränkt. Für komplexere Interaktionen sei es notwendig, dass Geräte ihre Position im Raum exakt bestimmen können. Google investiere in die Forschung und werde nächstes Jahr mehr dazu ankündigen.

Bavor erwähnt dabei das Visual Positioning System (VPS), das Google auf der I/O-Konferenz im Mai ankündigte. Das VPS ist eine Art GPS für Innenräume und soll Nutzer anhand optisch markanter Punkte durch Gebäude lotsen und sich zentimetergenau im realen Raum verorten können. Es soll in Google Maps integriert werden.

Den Podcast mit Kent Bye von Voices of VR findet man hier.

| Featured Image: Google | Source: Voices of VR Podcast

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