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Highlights und Enttäuschungen: Virtual Reality auf der Gamescom 2017

von Tomislav Bezmalinovic28. August 2017

Die Gamescom ist vorüber, der Staub hat sich gelegt. Es ist Zeit für einen Rückblick auf die Highlights und Enttäuschungen der Messe.

Für Virtual Reality war die Gamescom nicht die Messe der großen Ankündigungen. Besonders bei der Software gab es wenig Neues zu berichten: Bethesda gab die Erscheinungsdaten der großen VR-Portierungen Fallout 4 VR, Skyrim VR und Doom VFR bekannt.

Wer indes auf die Vorstellung neuer VR-Spiele hoffte, wurde enttäuscht. Stattdessen konnte man bereits angekündigte Titel ausprobieren.

Sony hatte eine halbe Halle gemietet und baute eigens für Playstation VR einen Stand auf, was man als anhaltendes Bekenntnis zu Virtual Reality auslegen kann. Der Stand stieß auf reges Interesse: Bis zu drei Stunden warteten Messebesucher, um Playstation VR zu erleben.

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Reges Interesse am Stand von Playstation VR. BILD: VRODO

Die größte Anziehungskraft übte Skyrim VR aus. Auf Sonys Stand konnte man zudem den VR-Modus des kommenden Gran Turismo, den Koop-Shooter Bravo Team und die Angelsimulation Monster of the Deep, ein VR-Spinoff des neusten Final-Fantasy-Spiels, ausprobieren.

Merkel spricht über Virtual Reality

Selbst Angela Merkel kam bei ihrem Messebesuch mit Virtual Reality in Berührung. Sie setzte sich zwar keine VR-Brille auf, aber sie schaute bei Sony einer jungen Frau beim Spielen von Gran Turismo Sport zu. Die Bundeskanzlerin sagte zuvor bei ihrer Eröffnungsrede, dass Virtual und Augmented Reality für die deutsche Industrie zunehmend an Bedeutung gewinnen würden.

Während Oculus der Messe fernblieb und keinerlei Ankündigungen machte, war HTC gemeinsam mit AMD mit einem eigenen Stand vertreten. Dort konnten Messebesucher Fallout 4 VR, The Talos Principle VR und Duck Season anspielen.

HTC nutzte die erhöhte Aufmerksamkeit rund um die Messe, um eine Preisreduktion für HTC Vive und den europäischen Start für Vorbestellungen der Wireless-Lösung TPCast bekanntzugeben.

Highend-VR-Experimente

Obwohl der Hype längst verflogen ist und Virtual Reality nicht im Fokus der Gamescom stand, waren VR-Brillen an vielen Ständen zu sehen. Es scheint, als würde die Technologie zu einem kleinen, aber selbstverständlichen Bestandteil von Spielemessen. Man gewöhnt sich an den Anblick eines VR-Brillenträgers.

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Virtual Reality trug zum Gesamtbild der Gamescom bei. BILD: VRODO

Auf Seiten der Hardware gab es viele Experimente im Highend-Bereich zu bestaunen, die sich aufgrund des hohen Preises oder des Platzbedarfs ausschließlich an Geschäftskunden richten: Wir testeten Trackinghandschuhe mit haptischem Feedback, eine 12.000 Euro teure Laufmaschine und ein Ganzkörpertracking des russischen Unternehmens VRTech.

Letzteres war das persönliche Highlight des VRODO-Redakteurs Matthias Bastian: “Nach diesem Erlebnis stelle ich mir lebhaft vor, wie Menschen eines Tages völlig natürlich und authentisch in rein virtuellen Umgebungen miteinander umgehen könnten. Viel näher als in diesen 15 Minuten VR-Erlebnis kommt man der Matrix in den nächsten Jahren wohl nicht.”

Enttäuschende Bethesda-Portierungen

Unbeantwortet bleibt die Frage, wie derartige VR-Erfahrungen  den Weg ins Wohnzimmer finden könnten. Vielleicht kann Virtual Reality erst in Kombination mit spezieller Hardware das maximale Potenzial entfalten. Dies wiederum spräche für die Zukunftstauglichkeit von VR-Arcades.

Meine Highlights waren Spiele: Skyworld bewies, dass komplexe Strategiespiele mit Hilfe eines physischen Interfaces auch in der Virtual Reality Spaß machen können, Bravo Team rief auf eindrucksvolle Weise die Magie sozialer VR-Erlebnisse in Erinnerung und The Inpatient ließ mich Teil einer filmreifen Spielerfahrung werden. Das sind drei vollkommen unterschiedliche VR-Titel, die jeder auf seine Weise das weitgehend unerforschte Potenzial des Mediums zeigen.

Kopfzerbrechen bereiten mir hingegen Bethesdas Rollenspielportierungen: Sowohl Fallout 4 VR als auch Skyrim VR haben noch mit grundlegenden Problemen zu kämpfen und waren für mich die großen Enttäuschungen der Gamescom. Bessert Bethesda hier nicht bis zum Erscheinen nach, könnten aus den potenziellen Systemsellern Megaflops werden, die der Industrie eher schaden als nutzen.

| Featured Image: VRODO

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