Robert Rodriguez versteht sich als Pionier: Er war einer der ersten Hollywood-Regisseure, die Filme digital drehten und mit dem 3D-Format experimentierten. Im Sommer präsentiert er seinen ersten VR-Film “The Limit”.

Rodriguez, ein enger Freund und Weggefährte von Quentin Tarantino, ist für seine actionreichen Gewaltarien bekannt: Er führte Regie bei Filmen wie El Mariachi, From Dusk Till Dawn, Sin City, Planet Terror und Machete. Auf einer Veranstaltung in Cannes zeigte er Ausschnitte aus seinem ersten VR-Film und erzählte, weshalb er mit dem neuen Medium experimentiert.

“Die Leute wissen nicht, was alles möglich ist, weil sie sich die Hände noch nicht daran schmutzig gemacht haben. Wenn wir rausgehen und all die Dinge tun, die wir als Filmemacher eigentlich nicht tun sollten, dann schaffen wir vielleicht etwas, das noch keiner gemacht hat”, sagte Rodriguez.

Die rasante Entwicklung von Virtual Reality

The Limit handelt von einer Frau, die von einer Geheimorganisation mittels genetischer Modifikation in eine Kampfmaschine verwandelt wurde und sich gegen ihre “Schöpfer” wendet. Das Drehbuch wurde von Rodriguez binnen einer Woche geschrieben, die Dreharbeiten nahmen ebenfalls nur vier bis fünf Tage in Anspruch.

Der Regisseur wollte seinen VR-Film in kurzer Zeit umsetzen, da sich Virtual Reality sehr schnell weiterentwickelt: “Ein VR-Film hat nicht den gleichen Lebenszyklus wie ein klassischer Film. Wenn du 18 Monate dran bist, hat sich die Technologie bereits weiter entwickelt und du musst alles noch mal überdenken.”

Eine besondere Herausforderung war das Schneiden des Films: “Ich hatte meine Schnittausrüstung dabei, aber mein Schnittprogramm unterstützte Virtual Reality nicht, also musste ich den Film mit gestrecktem Bild und aus dem Gedächtnis schneiden […] Du weißt, dass du zur Avantgarde gehört, wenn nicht einmal die Technologie existiert, um einen Film zu schneiden.”

Keine vollen 360-Grad

In der Hauptrolle tritt Michelle Rodriguez auf. Die US-Schauspielerin dürfte den meisten Zuschauern aus der Filmreihe “The Fast and the Furious” bekannt sein. Der Film zeigt das Geschehen aus ihren Augen: “Die Ego-Perspektive funktioniert wirklich gut in der Virtual Reality.  Es ist, als seist du Teil des Actionfilms”, meint Rodriguez.

Die vollen 360-Grad waren Rodriguez dennoch zu viel. “Ich denke immer, dass ich etwas hinter mir verpasse, also drehe ich mich und verliere dabei  die Action aus den Augen.” Deshalb setzte der Regisseur auf ein schmaleres Sichtfeld von 220-Grad. “Der Zuschauer kann immer noch umherschauen, aber er kann sich nicht wegdrehen”, sagte Rodriguez.

The Limit erscheint voraussichtlich Mitte 2018 für eine neue Daydream-Videoplattform, die von Google mitentwickelt wurde und kuratierte Bezahlinhalte bieten soll. The Limit dauert 20 Minuten und ist damit länger als die meisten VR-Filme.

| Featured Image: Thomas Crenshaw via Flickr. Lizenziert nach CC BY-SA 2.0 | Source: The Hollywood Reporter / Deadline

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