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Hololens: Akku reicht bis zu fünf Stunden

von Matthias Bastian16. Januar 2016

Erste Hololens-Computer werden noch in diesem Quartal an Entwickler ausgeliefert, damit sie sich mit der neuen Technologie beschäftigen können. Bruce Harris von Microsoft verrät einige neue Details über den aktuellen Prototypen der Augmented-Reality-Brille.

Laut Harris soll Hololens komplett kabellos arbeiten und sich mit einer großen Anzahl an stationären Geräten verbinden lassen, vorausgesetzt, diese unterstützen Wi-Fi oder Bluetooth. Außerdem soll jede Universal-App auch auf dem “holographischen Computer” laufen. Mit Universal-Apps sind die Anwendungen gemeint, die sowohl mit Windows 10 Desktop-Computern als auch Windows-Tablets und -Smartphones kompatibel sind.

In der Vergangenheit war Hololens speziell für das sehr enge Sichtfeld von nur rund 20 Grad in die Kritik geraten. Laut Harris nimmt Microsoft diese Einschränkung bewusst in Kauf, um die Produktionskosten gering zu halten. Sobald die Produktionsprozesse verbessert würden, könne das Sichtfeld, im Einklang mit dem Preis, erweitert werden, heißt es in der Ansprache an die Entwickler. Das enge Sichtfeld begünstige außerdem die Lebensdauer des Akkus, der bei normaler Nutzung rund 5,5 Stunden und bei intensiver Nutzung bis zu 2,5 Stunden durchhalten würde. Harris vergleicht das aktuelle Sichtfeld mit einem 15 Zoll Monitor (rd. 38cm Bildschirmdiagonale), den man aus einem halben Meter Entfernung betrachtet.

Die Entwicklerversion der Hololens will Microsoft noch in diesem Quartal für 3.000 US-Dollar verkaufen. Details zum Preis und der Verfügbarkeit der Consumer- oder Enterprise-Version sind noch nicht bekannt.

Hololens bekommt Konkurrenz

Derweil präsentieren sich immer mehr potenzielle Mitbewerber für Microsofts Hololens, die bei der ersten Vorstellung vor rund einem Jahr noch so einmalig und neu schien. Google und Lenovo wollen Mitte des Jahres ein Smartphone auf dem Markt werfen, das der Augmented-Reality-Brille aus Redmond zwar nicht im Formfaktor, wohl aber bei den Features ähnelt. Auch das Smartphone kann dank Sensoren und 3D-Kamera die Umgebung vermessen und digitale Elemente exakt darin platzieren. Echte Augmented Reality wird das genannt, im Unterschied zu Datenbrillen wie Google Glass, die einfach nur ein digitales Bild im Sichtfeld des Brillenträgers einblenden.

Das Unternehmen Lumus präsentierte auf der CES 2016 ebenfalls eine neue Augmented-Reality-Brille, die laut ersten Testberichten Microsofts AR-Brille technisch überlegen sein soll. Insbesondere das Sichtfeld ist mit rund 40 Grad doppelt so weit, sogar an einer Version mit 60 Grad Sichtfeld, die noch in 2016 fertiggestellt werden soll, wird bereits gearbeitet. Allerdings möchte Lumus die Hardware nicht selbst vermarkten, sondern die Technologie größeren Herstellern zur Verfügung stellen.

Im Dezember zeigten Microsoft-Entwickler in den sozialen Medien einige neue Demos, die angeblich direkt mit der Brille aufgezeichnet wurden und dem realen Nutzererlebnis ähneln sollen. Außerdem wurde eine Kooperation mit Autodesk angekündigt, einem Hersteller von Software für die Erstellung von 2D- und 3D-Designs. Gemeinsam mit Autodesk sollen Anwendungen speziell für Hololens entwickelt werden, die es beispielsweise Ingenieuren und Maschinenbauern möglich macht, neue Design-Konzepte direkt im dreidimensionalen Raum zu entwerfen.

#MadeWithHoloLens-Demos

| FEATURED IMAGE: Microsoft Hololens (Screenshot bei YouTube)