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Hololens: Augmented-Reality-Schreibtische im Büro der Zukunft

von Matthias Bastian31. März 2016

Bisher zeigte Microsoft nur wenige Hololens-Demos mit echtem Aha-Effekt. Das Startup 8ninths springt für die Redmonder ein und demonstriert eine frühe Version der “Holographic Workstation” – eine holographisch erweiterte Arbeitsumgebung mit kombinierten 2D- und 3D-Darstellungen.

Die Hololens-Brille ersetzt dabei traditionelle 2D-Bildschirme nicht, sondern erweitert die klassische Arbeitsumgebung gezielt um sinnvolle 3D-Projektionen. Für diesen Zweck bastelte das Startup 8ninths eigens einen realen Schreibtisch, der sich speziell für den kombinierten Einsatz beider Darstellungsformen eignet. Die 2D-Bildschirme sind am Schreibtisch seitlich angebracht, in der Mitte ist eine große freie Fläche mit weiteren Holzbrettern, an denen die Augmented-Reality-Projektionen von Hololens haften können. 8ninths zeigt das am Beispiel eines Aktienhändlers, der auf dem Monitor klassisch die Aktienkurse in 2D betrachtet, während via Hololens tiefergehende Datensätze in 3D in das Sichtfeld des Bankers eingeblendet werden.

Die dreidimensionalen Darstellungen sollen es dem Händler einfacher machen, besonders abstrakte Daten schneller zu verstehen und so das aktuelle Geschehen auf dem Markt korrekt einzuschätzen. Ziel ist es, dass die Hololens-Projektionen den Arbeitsprozess intuitiver gestalten. Die Interaktion erfolgt klassisch über Maus und Tastatur, aber auch über Gesten und Spracheingabe. Die Spracheingabe soll auch in lauten Büroumgebungen noch verlässlich funktionieren. Eine Voice- und Video-Chat Funktion ist direkt in Hololens integriert, so dass es neben Monitor und Augmented-Reality-Brille eigentlich keine weiteren Geräte mehr braucht.

Die “Holographic Workstation”, so tauft 8ninths das Projekt, ist kein reines Konzept mehr, sondern wird bereits beim Finanzunternehmen Citi erprobt und eingesetzt. “Die Partnerschaft mit Citi war ein tolle Chance, echte Business-Probleme zu lösen […]”, sagt Adam Sheppard, Mit-Gründer und CEO von 8ninths. “Das Ergebnis ist ein Musterbeispiel für eine Arbeitsumgebung, die zeigt, wie Wissensarbeiter in verschiedenen Industrien in den kommenden Jahren mit Computern interagieren werden.”

Virtuelle Technologien am Arbeitsplatz – schlägt die erweiterte die virtuelle Realität?

Virtuelle Schreibtische gibt es auch für Virtual-Reality-Brillen, beispielsweise investierte Google in das Softwareunternehmen Envelop VR, das die virtuelle Realität zu einer produktiven Arbeitsumgebung machen will. Allerdings dürften hier langfristig Augmented-Reality-Anwendungen klar die Nase vorne haben, da der Träger die bekannte Realität nicht völlig ausblenden muss, sondern sie praktisch in den Arbeitsalltag integrieren kann. Solche AR-Lösungen sind aber noch deutlich weiter von der Marktreife entfernt als Anwendungen für Virtual Reality. Wer schon jetzt erleben will, wie es sich anfühlt, wenn wir zukünftig virtuelle Technologien im Arbeitsalltag nutzen, der kann die App Virtual Desktop für HTC Vive oder Oculus Rift testen. Aufgrund der noch geringen Auflösung aktueller VR-Brillen ist das Programm zwar noch nicht ganz praxistauglich, gibt aber einen ersten Vorgeschmack auf das “Büro der Zukunft”.

| SOURCE: 8ninths
| FEATURED IMAGE: 8ninths / CITI