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Hololens: Bis zur finalen Version sind noch viele Änderungen geplant

von Matthias Bastian17. November 2016

Leila Martine koordiniert für Microsoft die Vermarktung neuer Hardware. Sie hofft, dass Gamesstudios in Zukunft vermehrt in die Entwicklung von B2B-Inhalten einsteigen.

Seit diesem Monat wird Hololens weltweit an Entwickler, Unternehmen und Agenturen versandt. Dass der Prototyp vorerst nur für die kommerzielle Nutzung gedacht ist, signalisiert allein der stolze Preis von 3.000 US-Dollar. Aber auch technisch ist der Prototyp noch nicht reif für den Massenmarkt. Der Formfaktor ist zu klobig, die Leistung zu gering, das Sichtfeld zu eng. Bis zur finalen Version will Microsoft daher noch viele Verbesserungen vornehmen.

“Das ist nicht der finale Formfaktor, es ist kein Gerät für Konsumenten, wir haben noch viel geplant. Aktuell konzentrieren wir uns darauf, dass wir das Gerät in die Hände von Entwicklern bringen und Dinge umsetzen, die nicht trivial sind und Unternehmen wirklich helfen – und wir sehen gute Fortschritte in diesem Bereich”, sagt Martine gegenüber der Webseite Gamesindustry.

Hololens: Noch kein Gerät für Spieler

Obwohl Microsoft die AR-Brille in der Vergangenheit auch als Gaming-Device positionierte – beispielsweise wurde eine Augmented-Reality-Version von Minecraft auf der Spielemesse E3 gezeigt – glaubt Martine nicht daran, dass Hololens zum aktuellen Zeitpunkt als Spielemedium taugt.

“Ich sage jetzt etwas, das nicht ganz auf Linie ist mit den Entscheidungen in Redmond, aber es macht mich fassungslos, wenn sie das Gerät auf einer Spielekonferenz zeigen.” Journalisten würden anschließend nur nach Spielethemen fragen, sagt Martine.

Zwar brächten diese viel mehr Aufmerksamkeit, aber eines der interessantesten Anwendungsbeispiele gebe es im Bereich der Bildung. Martine meint die Case Western University, dort wird die AR-Brille eingesetzt, um komplexe Inhalte im Medizinstudium besser zu visualisieren.

Für die Zukunft wünscht sich Martine, dass sich mehr Spieleentwickler mit der Konzeption und Programmierung von industriellen Anwendungen beschäftigen. Dort sieht sie einen neuen Absatzmarkt, wenn die Nachfrage nach gerenderten 3D-Inhalten aufgrund neuer Medientechnologien wie VR und AR in den kommenden Jahren steigt. Als Beispiel nennt sie den Betreiber eines Kraftwerks, der eine Visualisierung des Gebäudes benötigt oder eine Trainingssimulation für Piloten.

| Featured Image: Microsoft | Source: Gamesindustry.biz