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HoloLens: Controller vorgestellt, Preis und Erscheinungsdatum der Entwicklerversion

von Matthias Bastian6. Oktober 2015

„HoloLens ist nicht für Spieler gedacht“, beteuerte Microsoft CEO Nadella noch vor wenigen Wochen. Die neue Datenbrille solle insbesondere Nutzen für Unternehmen stiften, so der Microsoft-Boss. Ob es jetzt ein strategisches Umdenken im Hause Microsoft gab? Auf einem Event rund um Windows 10 zeigte das Unternehmen aus Redmond nämlich nicht etwa sinnvolle Office-Anwendungen, sondern ein Mixed-Reality-Spiel mitsamt einem Controller. Ja, Microsoft referenziert HoloLens neuerdings als Mixed Reality und nicht mehr als Augmented Reality. In der Vergangenheit war auch die Rede von einem „holographischen Computer“. Microsoft unterscheidet HoloLens insbesondere dadurch von VR und AR, dass die Hologramm-ähnlichen Abbildungen mit der Umgebung interagieren können, also beispielsweise kann ein virtueller Screen an die Wand „geklebt“ werden und bleibt dann auch dort. Das ist anders als bei Augmented Reality, wo ergänzende Informationen nur in das Sichtfeld eingeblendet werden und immer dem Blickverlauf des Nutzers folgen oder Virtual Reality, wo der Nutzer gleich komplett in die virtuelle Umgebung eintaucht und die Realität verlässt.

„Hologramme zum Festhalten“

Der Controller ist kabellos mit Hololens verbunden, wird wie üblich in der Hand gehalten und ermöglicht es Hologramm-ähnliche Abbildungen auf ihn zu projizieren. So können Spieler den Controller etwa als Waffe oder Schild verwenden.

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In der gezeigten Demo Project X-Ray musste sich der Spieler im eigenen Wohnzimmer gegen eine Attacke kleiner Roboter wehren. Dabei nutzte er die Umgebung nach Bedarf, kann beispielsweise auch hinter einer Couch in Deckung gehen.

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Die Hologramm-Abbildungen sind natürlich nur dann da, wenn der Spieler seine eigene Hand auch anschaut. Die Außenwelt sieht nur einen kleinen schwarzen Stab. Das ist auch der Grund, warum es sich bei den HoloLens-Grafiken nicht um echte Hologramme handelt, sondern bestenfalls um Hologramm-ähnliche Abbildungen, die nur der Träger der Datenbrille sieht. In den Mainstream-Medien dürfte dieses kleine aber entscheidende Detail wohl untergehen – ein toller Marketing-Coup für die Redmonder.

Preis und Erscheinungsdatum von HoloLens

Microsoft möchte stolze 3.000 US-Dollar für die erste Entwicklerversion der Datenbrille HoloLens sehen. Damit dürfte der Einstieg in die HoloLens-Prgrammierung erstmal größeren Unternehmen und Agenturen vorbehalten sein. Konsequenterweise kann die Datenbrille auch erstmal nur von professionellen Entwicklern oder Microsoft Insidern angefragt werden. Die Vorbestellung ist ab jetzt auf der offiziellen Seite möglich. Erste Lieferungen sind für das erste Quartal 2016 in den USA und Kanada geplant.

Keine Neuigkeiten zum Thema Sichtfeld

Weitgehend ignoriert wurde das Thema „Field of View“. HoloLens wurde in den vergangen Wochen immer wieder für ein zu geringes Sichtfeld kritisiert. Während die Demos auf der Bühne oder in Videos einen ganzen Raum voller Hologramme zeigen, sieht der Nutzer in Wirklichkeit nur einen kleinen Ausschnitt, in etwa so groß wie ein Basketball. Das wird im folgenden Video gut veranschaulicht.

Immerhin: In vergangenen Trailern wurde kurz das tatsächliche Sichtfeld eingeblendet und auch bei der heutigen Präsentation wies der Moderator darauf hin, dass die Präsentation mit einer Spezialkamera gefilmt wird, die gleichzeitig alle Hologramme zeigt, während der Nutzer nur einen kleinen Teil davon sieht. Trotz dieser sehr dezenten Hinweise dürfte bei den meisten Nutzern aber ein anderer, falscher Eindruck von den HoloLens-Fähigkeiten entstehen. Dabei wäre der gar nicht nötig, denn HoloLens ist auch ohne irreführende Versprechungen und Assoziationen ein tolles Produkt mit viel Potenzial. Auch für Spieler.

Das komplette Video der Präsentation gibt es hier. Übrigens: HoloLens soll sich mit Windows 10einen gemeinsamen Store teilen.

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| SOURCE: Microsoft
| FEATURED IMAGE: Microsoft