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Hololens: Eigenes 3D-Modell mit Onboard-Hardware erstellen

von Matthias Bastian20. September 2016

Ein Hololens-Entwickler hat ein 3D-Modell seines eigenen Wohnzimmers erstellt – und das nur mit der in der Augmented-Reality-Brille verbauten Hardware.

Bei echten Augmented-Reality-Geräten wie Hololens scannt und verarbeitet die AR-Brille die Umgebung in Echtzeit. Dafür hat Hololens eine Reihe an 3D-Tiefenkameras im Gehäuse verbaut. Angeblich handelt es sich dabei um stark angepasste Ableger von Intels Realsense-Technologie. Herkömmliche RGB-Kameras ergänzen Farbinformationen und Textur.

Basierend auf den Kameradaten kann Hololens nicht nur Hologramm-ähnliche Abbildungen perspektivisch korrekt in den Raum projizieren, sondern den Raum als solches als 3D-Modell rekonstruieren. Das einmal erfasste Modell kann dann sowohl mit Hololens dargestellt als auch mit anderen Programmen weiterverarbeitet werden.

Wie man im Video erkennt, ist das 3D-Modell lange nicht perfekt – speziell die lückenhafte Texturierung fällt negativ auf – aber für einen ersten Versuch sieht das Ergebnis mehr als brauchbar aus. Man sollte es insbesondere in Relation zum Aufwand bewerten, der normalerweise für die händische Modellierung und Texturierung eines solchen 3D-Modells notwendig wäre.

Hololens und Co. könnten die Erstellung von 3D-Inhalten demokratisieren

Der einfache Scanvorgang impliziert einen technologisch enorm wichtigen Sprung: In Zukunft kann jeder auf einfache Art und Weise eigene 3D-Inhalte erstellen. Geräte wie Hololens haben die dafür notwendige Technologie an Bord und können beinahe auf Knopfdruck die Umgebung virtualisieren.

Ein Vorgang, der bei aktuellen Arbeitsprozessen noch deutlich zu komplex ist, um von Laien beherrscht zu werden – ähnlich wie es einmal bei der Foto- und Videografie der Fall war. Hololens und Co. könnten für die Erstellung und Verbreitung von 3D-Inhalten demnach ähnliches leisten wie das Smartphone für Fotos und Videos.

Wohin das führt? Beispielsweise könnten Menschen in naher Zukunft komplette Räume als 3D-Modell scannen und übers Internet oder Social Media teilen. Andere Nutzer könnten sich diese Modelle herunterladen und mit einer Virtual-Reality-Brille begehen. Statt nur Urlaubsfotos zu schießen und Postkarten zu versenden, könnte man dann komplette Szenen des Urlaubs einfangen und für andere Nutzer erfahrbar machen. Ein VR-Pionier der ersten Stunde geht davon aus, dass auf dieser Basis das Metaverse entsteht.

| Featured Image: Mark Ingram (Screenshot bei YouTube)