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HoloLens für Medizinstudenten

von Carolin Albrand10. Juli 2015
Geht doch, Microsoft: Auch mit eingeschränktem Sichtfeld ist HoloLens immer noch ein beeindruckendes Stück Hardware. Es gibt keinen Grund zu schummeln.

Das Herz ist in etwa so groß wie die Faust seines Trägers. Es sieht aus wie ein schräg geneigter Kegel. Es liegt zu zwei Drittel auf der linken und zu einem Drittel auf der rechten Seite des Brustkorbs, zwischen den beiden Lungenflügeln und hinter dem Brustbein. Aber von außen sieht man es nicht. Man kann es tasten, fühlt es schlagen. Aber sehen kann man es nicht.

Dinge die man lernen soll nicht sehen zu können ist ein großes Problem, besonders für Medizinstudenten. Die komplexen Zusammenhänge des menschlichen Körpers können häufig nur theoretisch erklärt werden.

Wir unterrichten menschliche Anatomie in den letzten 100 Jahren auf genau die selbe Art und Weise: Die Studenten bekommen einen Kadaver. Anschließend betrachten sie medizinische Illustrationen, die komplett zwei dimensional sind. Aber der menschliche Körper ist es nicht. Barabara R. Snyder, Präsidentin Case Western Reserve University

Die Case Western Reserve University in Ohio möchte das ändern und arbeitet zusammen mit Microsoft HoloLens daran, Lernen für Medizinstudenten effektiver zu gestalten. HoloLens ist eine Augmented-Reality-Datenbrille mit der Hologramm-ähnliche Abbilder transparent in das Sichtfeld des Trägers projiziert werden können. Diese Bilder kann der Nutzer mit der Stimme oder Gesten manipulieren.

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So könnten Studenten die einzelnen Strukturen des menschlichen Körpers im direkten Zusammenhang sehen und begreifen. Mit HoloLens können sogar einzelne Schichten des Körpers betrachtet oder verglichen werden.

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Neben der App für Medizinstudenten präsentierte Microsoft bereits Anwendungsbeispiele für Games, Kommunikation oder Architektur.

Trailer zeigt erstmals das tatsächliche Sichtfeld von HoloLens

Spannend an der neusten HoloLens Demonstration ist das präsentierte Sichtfeld. Bisherige Videos zeigen eher die Vision der HoloLens-Macher mit Hologrammen, die den ganzen Raum ausfüllen. Im Medizintrailer schwenkt die Einstellung von großen Projektionen immer wieder auf ein rechteckiges kleineres Sichtfenster aus der Ich-Perspektive, das dem wirklichen Sichtfeld der Datenbrille entspricht. Die Hologramme sind dabei nicht vollständig im Fenster sichtbar – der Nutzer muss erst den Kopf drehen, um die Abbildung ganz zu sehen. In der Vergangenheit wurde Microsoft dafür kritisiert, dass bei bisherigen HoloLens-Demonstrationen ein deutlich größeres Sichtfeld vorgetäuscht wurde. Aus diesem Fehler scheinen die Redmonder nun gelernt zu haben.

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Video der HoloLens Demo für Medizin:

| SOURCE: Microsoft, Case Wetsern Reserve University
| IMAGES: YouTube
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