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Hololens läuft exklusiv mit Windows 10, neue Nasa-App *Update: Komplette Keynote*

von Matthias Bastian30. März 2016

Der Versand von Hololens startet ab sofort an Entwickler und Unternehmen, die sich vorab erfolgreich bei den Redmondern für einen Prototyp beworben haben. Sie sollen, exklusiv auf Basis von Windows 10, Apps entwickeln und sinnvolle Anwendungsszenarien für die Augmented-Reality-Brille finden. 

“Unsere Reise beginnt hier”, sagt Alex Kipman, Projektmanager für Hololens, zu den Entwicklern auf Microsofts BUILD 2016 Fachkonferenz. Laut Kipman arbeitet Microsoft bereits mit zahlreichen Partnern aus der Industrie zusammen, die versuchen, den “holographischen Computer” sinnvoll in Arbeits- und Produktionsprozesse zu integrieren. Kipman nennt unter anderem Japan Airlines, die Fluglinie nutzt Hololens für das Training, und BlueScope Construction. Die Präsentation von Kipman machte vor allem eines deutlich: Hololens soll kein Spielzeug oder Tech-Gadget werden, sondern ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen, alltäglichen Computerarbeit sein – sowohl im Unternehmen, im privaten Gebrauch als auch für das Lernen. Beispielsweise ist die Videochat-App Skype bereits mit Hololens kompatibel.

Live auf der Bühne wurde unter anderem ein Trainingsszenario für Medizinstudenten demonstriert. Mehrere Personen gleichzeitig konnten gemeinsam eine interaktive Hologramm-ähnliche Abbildung des menschlichen Körpers durch das Display der Hololens-Brille betrachten und studieren. Laut Dr. Pamela Davis, Medizinerin an der Case Western Reserve Universität, soll der Einsatz von Hololens Lernprozesse im Medizinstudium deutlich beschleunigen. Die Hologramm-ähnlichen Abbildungen können dabei helfen, Zusammenhänge und Probleme besser zu visualisieren. “Studenten lernen schneller, wie ein Doktor zu denken”, glaubt Davis.

Mit Hololens sollen Medizinstudenten schneller lernen. BILD: Microsoft

Mit Hololens sollen Medizinstudenten schneller lernen. BILD: Microsoft (Screenshot)

Nasa zeigt “Destination: Mars”

Eine neue Hololens-App demonstrierte auch die Nasa. Bei “Destination: Mars” können Hololens-Träger eine geführte Tour auf der Marsoberfläche erleben, die aus echten Aufnahmen des Mars Rovers “Curiosity” rekonstruiert wurde. Mit der gleichen Anwendung arbeiten laut der NASA auch die hauseigenen Wissenschaftler, um die Aktivitäten des Marsgefährts im Voraus zu planen. “Es gibt mir das Gefühl, dass ich wirklich auf dem Mars stehe. Es ist viel intuitiver, über die Geologie auf dem Mars nachzudenken, wenn ich direkt in der Szene stehen und darin herumlaufen kann, als wäre ich vor Ort”, sagt Abigail Fraeman, Wissenschaftlerin im Jet Propulsion Laboratory der NASA. Das Labor konstruiert und steuert Satelliten und Raumsonden.

Wer Nasas Hololens-App selbst erleben will und Lust hat nach Kalifornien zu reisen: Die Ausstellung “Destination: Mars” startet ab Sommer im Kennedy Space Center in Florida. Dort kann man sich dann auch ein Bild vom tatsächlichen Sichtfeld der Augmented-Reality-Brille machen, das deutlich enger ist, als die Microsoft-Demos es regelmäßig suggerieren. Das betrifft auch alle auf dieser Seite gezeigten Trailer und Screenshots. Der direkte Blick durch die Brille würde deutlich weniger vom Bild zeigen.

Eine weitere Neuigkeit hatte Microsoft noch parat: Die App “Galaxy Explorer”, die vor kurzem Microsofts Hololens-Ideenwettbewerb gewann, wurde innerhalb von nur sechs Wochen programmiert und fertiggestellt. Entwickler können sich ab sofort bei Github den Quellcode herunterladen. Einen neuen Trailer gibt es im Video unten. Details zu einer möglichen Verkaufsversion von Hololens wurden indes nicht genannt, das war aber auch nicht zu erwarten. Ein Hololens-Modell für Endkunden dürfte noch einige Jahre auf sich warten lassen.

| FEATURED IMAGE: Microsoft (Screenshot)
| SOURCE: Microsoft, NASA