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Hololens: Microsoft baut das erste mobile Hologramm-Telefon

von Matthias Bastian24. November 2016

Im vergangenen März zeigte Microsoft erstmals das Forschungsprojekt “Holoportation”, eine neue Art der Telefonie mit Hololens. Der Gesprächspartner wird als holographischer Avatar in den Raum projiziert und für den Träger der Augmented-Reality-Brille sichtbar.

Die Grundlage für diese Hologramm-ähnlichen Telefongespräche ist ein komplexes Verfahren, um dreidimensionale Videos zu filmen und zu übertragen. Spezielle 3D-Kameras zeichnen die Gesprächspartner auf und verwandeln sie in Echtzeit in ein 3D-Modell. Dieses wird texturiert, komprimiert und an die Augmented-Reality-Brille Hololens geschickt. Der Empfänger sieht das Gegenüber nicht mehr wie bei herkömmlicher Videotelefonie flach auf dem Monitor kleben, sondern als 3D-Modell im Raum.

Microsoft möchte mit der Anwendung ein Gefühl von “Ko-Präsenz” erzeugen, so als wäre man tatsächlich gemeinsam am gleichen Ort. Eine neue Form der Kommunikation, die gleichwertig ist mit der persönlichen Begegnung, auch wenn man sich nicht am gleichen Ort befindet. Das Verfahren an sich bildet die Grundlage für viele neue Anwendungen, auch im Kontext der Virtual Reality. Als Beispiel nennt Microsoft die Möglichkeit, Sport-Events oder Konzerte live und in volumetrischem 3D zu übertragen.

Für die Zukunft arbeitet Microsoft daran, das Verfahren zu vereinfachen. Aktuell werden noch bis zu acht solcher 3D-Kameras für ein gutes Scanergebnis benötigt und ergänzend leistungsfähige Rechner. Für den Heimanwender ist das zu teuer und zu komplex.

Microsoft baut das erste mobile Hologramm-Telefon

Sicher kennt jeder Bilder der ersten Mobiltelefone. Die glücklichen Besitzer mussten ganze Funkstationen mit sich herumschleppen, um das Gerät in Betrieb zu nehmen. Erst ab den frühen 70er-Jahren baute Motorola die ersten Mobiltelefone mit alltagstauglichem Formfaktor.

Warum erzähle ich das? Weil Microsofts neues mobiles Holoportation-Setup eher an das Mobilgerät aus den 20er-Jahren erinnert. Ein ganzer Kleinbus voller Technik wird benötigt, um das Setup mit leistungsfähigen Rechnern und 3D-Kameras samt Verkabelung mobil zu machen.

Auch das Ergebnis ist noch nicht brillant, am 3D-Scan erkennt man eine Reihe an Darstellungsfehlern. Das liegt unter anderem daran, dass im Auto nur zwei der sechs bis acht 3D-Kameras vorheriger Demos eingesetzt wurden.

“Je mehr Kameras wir haben, desto besser ist die Übertragung”, heißt es auf Microsofts Projektseite. Aber die Demo funktioniert und Microsoft darf sich nun in die Firmenhistorie schreiben, das erste holographische Autotelefon gebaut zu haben.

Laut Microsoft wurde für die mobile Version der Holportation die benötigte Bandbreite um 97 Prozent reduziert bei gleicher Qualität. Rund 30 bis 50 MB pro Sekunde braucht das System für eine flüssige Übertragung der Hologramm-ähnlichen Darstellung an Hololens. Dafür muss das Fahrzeug allerdings in Reichweite des Wifi-Netzes bleiben. An einer Version für das mobile Datennetz arbeiten die Redmonder in der nächsten Ausbaustufe.

| Featured Image: Microsoft | Source: Microsoft