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Hololens: Microsoft zeigt neue Demo, gutes Feedback von Entwicklern

von Matthias Bastian12. Juli 2016

Auf der Microsoft Partnerkonferenz sprach CEO Satya Nadella über Hololens. Gezeigt wurde auch eine neue Demo in Kooperation mit Japan Airlines.

Die japanische Fluggesellschaft setzt Hololens ein, um Ingenieuren die Arbeit an Turbinen beizubringen. Reale Turbinen nur für das Training bereitzustellen, sei sehr teuer und aufwendig, sagt Lorraine Bardeen, die die App-Entwicklung für Hololens mitverantwortet. Unternehmen bräuchten mehr Flexibilität, um Mitarbeiter mit hoher Qualität weiterzubilden, aber bei möglichst geringen Kosten. Dafür soll das Training zukünftig stärker in den Arbeitsalltag eingebunden werden – Hololens soll das ermöglichen. Für die Japan Airlines entwickelte Microsoft eine interaktive 3D-Infografik einer realen Turbine, anhand derer Ingenieure anschaulicher lernen sollen. Die Infografik visualisiert unter anderem besonders essenzielle Bauteile oder solche, die anfälliger für Ausfälle sind.

“Ich möchte jedes Unternehmen dazu ermutigen, dieses neue Medium in den Arbeitsalltag zu integrieren, da es eine sehr transformative Wirkung haben wird”, sagt Nadella. Der Microsoft-CEO geht davon aus, dass die neue Technologie die Weiterbildung und das Training in Unternehmen grundlegend verändern wird. Sowohl Entwicklerstudios als auch Unternehmen können sich derzeit bei Microsoft für die Entwicklerversion der Hololens-Brille bewerben. Das Programm soll in den kommenden Monaten ausgeweitet werden.

Entwickler äußern sich positiv über Bildqualität und das Echtzeit-Scanning

Derweil kommt die Augmented-Reality-Brille bei immer mehr qualifizierten Entwicklern an. Einige davon äußern sich im Netz recht positiv zur neuen Technologie. Häufigster und bereits bekannter Kritikpunkt ist das noch sehr schmale Sichtfeld, das immer nur einen Teil des 3D-Objekts visualisiert. Bei Präsentationen umgeht Microsoft diese Restriktion regelmäßig und filmt mit einer Spezialkamera, die das gesamte Sichtfeld überträgt. Das tatsächliche Sichtfeld wird horizontal mit Werten zwischen 25 und 40 Grad angegeben.

Gelobt wird hingegen die schon jetzt gute Bildqualität, die Glaubhaftigkeit und Schärfe der Hologramm-ähnlichen Abbildungen und Schriften sowie das Echtzeit-Scanning. Die Augmented-Reality-Brille kann mittels Sensoren die Umgebung analysieren und digitale Objekte perspektivisch korrekt darin einbetten. Erst dadurch wird der räumliche Computer überhaupt ermöglicht. Hololens-Entwickler Cody Brocious bezeichnet die AR-Brille als potenziellen Desktop-Killer. Er geht aber auch davon aus, dass die Technologie dafür noch einige Jahre reifen muss: “Sie ist nicht perfekt. Sie ist sogar ziemlich weit davon entfernt und viel zu teuer für Entwickler und auch für Endverbraucher. Aber in fünf bis zehn Jahren wird das der neue Desktop-Killer. Vergesst Smartphones, vergesst Tablets. Das hier ist es.” In naher Zukunft möchte er in seiner alltäglichen Arbeit physische Bildschirme durch Hololens-Apps ersetzen.

| Featured Image: Microsoft | Source: Microsoft