0

HoloLens: Microsoft zeigt neues Konzeptvideo

von Matthias Bastian3. Februar 2016

Wie könnte die Zukunft des Football aussehen? Als offizieller Technologiepartner der NFL stellt sich Microsoft dieser Frage und beantwortet sie mit Hololens. Vorgestellt wurde das Konzeptvideo bei einer Diskussionsrunde zum anstehenden Super Bowl 50 mit dem Thema “The Future of Football: How Technology Could Shape the Next 50 Years of the Game.”

Im Video zeigt Microsoft wie Hololens eingesetzt werden könnte, um eine Football-Übertragung aus dem TV in das heimische Wohnzimmer zu holen. Von der Arena auf dem Wohnzimmertisch, einer Hologramm-ähnlichen, lebensgroßen Darstellung eines Footballspielers mitten im Wohnzimmer bis hin zu einer riesigen Leinwand im Kinoformat – es gibt kaum etwas, das Microsoft nicht verspricht. Auch als eine Art Second-Screen-Ersatz soll Hololens funktionieren, um beispielsweise Statistiken und Spielzüge in 3D außerhalb des TVs anzuzeigen.

Große Sportveranstaltungen sind immer ein soziales Ereignis, daher zeigt Microsoft erstmals, wie Menschen im privaten Umfeld gemeinsam mit Hololens die gleichen Inhalte betrachten. Das deutet an, dass sich die Augmented-Reality-Brillen untereinander verständigen und synchronisieren können. Aber aus sozialer Sicht gibt es hier noch Fragezeichen: Wer will auf einer Party Hololens auf dem Kopf tragen? Und wann wird die AR-Brille so günstig und selbstverständlich, dass jeder eine daheim hat? Man möchte ja keinen der Gäste vom Erlebnis ausschließen, denn nur wer die AR-Brille trägt, sieht auch die Projektionen.

Beim Thema Sichtfeld dürfte Microsofts Marketingabteilung erneut ein wenig über das Ziel hinausgeschossen sein. Zwar wird das tatsächliche Sichtfeld der Brille, das bei nur 20° liegt, in einigen Szenen angedeutet (0:26, 0:32, 0:42, 1:05), Laien dürften aber auch nach diesem Video noch eine falsche Erwartung an die Darstellungsqualitäten der AR-Brille haben. Zumindest dann, wenn es um die aktuelle Variante des “holographischen Computers” geht und nicht um einen eventuellen Nachfolger, der in einigen Jahren deutlich mehr bietet. Microsoft deutete bereits an, dass das Sichtfeld perspektivisch weiter wird.

Microsoft liefert Hololens noch in diesem Quartal für 3.000 US-Dollar an qualifizierte Entwickler aus. Eine Bewerbung kann man hier einreichen. Ob und wann die aktuelle Version von Hololens überhaupt für Endkunden erscheint, ist noch nicht bekannt.

Hololens bekommt Konkurrenz

Derweil arbeitet auch der Wettbewerb an mobilen Endgeräten für “echte Augmented Reality”, bei der die Geräte ihre Umgebung erkennen und digitale Objekte perspektivisch korrekt im Raum platzieren können. Lenovo und Google entwickeln ein neuartiges Sensor-Smartphone, das unmittelbar aus Googles “Project Tango” resultiert und bereits im Sommer erscheinen soll.

Das Unternehmen Lumus aus Israel hat eine Vorlage für eine AR-Brille entworfen, die nicht nur kleiner und leichter als Hololens ist, sondern auf dem Papier auch bessere technische Daten hat – speziell das Sichtfeld ist deutlich weiter. Die Brille wird in diesem Jahr ebenfalls für 3.000 US-Dollar an Entwickler vertrieben und soll Herstellern als Vorlage dienen, um basierend auf dem Konzept eigene Geräte zu entwerfen.

Und dann ist da noch das ominöse Unternehmen Magic Leap – mittlerweile rund 4,5 Milliarden schwer arbeitet das kalifornische Start-Up an einer Mixed-Reality-Brille, die nach eigenem Wunsch der neue Computer-Standard und Ersatz für das Smartphone werden soll. Allerdings dürfte diese Wunderbrille noch weiter vom Markt weg sein als Microsofts holographischer Computer.

| SOURCE: Microsoft
| FEATURED IMAGE: Microsoft (Screenshot bei YouTube)