0

Hololens: Neue Demos von der TED-Konferenz

von Matthias Bastian19. Februar 2016

Update vom 20. Februar:

Das YouTube-Video, auf das sich dieser Artikel bezieht, ist leider aktuell nicht mehr verfügbar. Die TED-Talks gehen in rund zwei Wochen offiziell online.

Ursprünglicher Artikel:

Auf der TED-Konferenz in Vancouver zeigte Hololens-Projektleiter Alex Kipman eine neue Demo von Microsofts Augmented-Reality-Brille. Seine zentrale These: In Zukunft sollen uns Computer ihre digitalen Superkräfte auch im Alltag bereitstellen.

Kipman spricht in seinem Vortrag gewohnt pathetisch über die langfristige Vision, die Microsoft mit der neuen AR-Brille verfolgt. Die Möglichkeiten, die uns in unserem digitalen Alltag ohnehin schon begleiten, sollen fester Bestandteil der realen Welt werden. “Die Kinder unserer Kinder werden in einer Welt aufwachsen, in der Technologie uns versteht. Wie wir leben, arbeiten und kommunizieren. Sie werden Werkzeuge haben, die die menschlichen Fähigkeiten erweitern”, sagt Kipman. Er zeigt einige Demonstrationen für mögliche Anwendungen, beispielsweise eine Art holographisches Telefongespräch, das er direkt auf der Bühne führt (bei 6:50).

Microsoft träumt von der Alpa-Version einer Matrix

Langfristig geht die Vision von Kipman und Microsoft aber deutlich über die bisher gezeigten Demos hinaus. Die Hologramm-ähnlichen Darstellungen sollen nicht mehr einfach nur im Raum schweben, sondern auch auf den Nutzer reagieren und Zustände wie Hitze oder Kälte simulieren können. Kipman nennt das eine erste, einfache Version einer “Matrix”, wie man sie sonst nur aus Hollywood-Filmen kennt.

In Redmond sieht man Hololens als neues Interface im Kontext des “Internet of Things”, also der Vernetzung von allem mit allem, das eine höhere Durchlässigkeit zwischen digitaler und realer Wirklichkeit ermöglicht. Zentrale Triebfedern hinter diesen neuen Computer-Interfaces sind das maschinelle Sehen und Lernen, zwei Technologien, die es Computern möglich machen, die Umgebung ähnlich zu sehen und zu erfassen wie Menschen, um so bekannte und virtuelle Realität miteinander zu vermischen.

Auch auf der TED-Konferenz zeigte Microsoft nicht das tatsächliche Sichtfeld der AR-Brille. Die Hologramm-ähnlichen Abbildungen, die Kipman im Video raumfüllend umgeben, werden vom Brillenträger selbst immer nur in einem kleinen Ausschnitt gesehen, der in etwa die Größe eines Basketballs hat. Bei Live-Vorführungen umgeht Microsoft diese technische Restriktion regelmäßig und filmt mit einer Spezialkamera, die ein deutlich weiteres Sichtfeld zeigt.

GIF Im HoloLens Trailer zeigt Microsoft erstmals das eigentliche Sichtfeld der Datenbrille.

Da es sich bei der Brille aber noch um einen Prototypen handelt, der erst in diesem Jahr an erste Entwickler verschickt wird, ist es gut möglich, dass die finale Version von Hololens der vorgestellten Vision wenigstens nahekommt. Wie lange die Brille noch ein Prototyp bleibt, ist völlig unklar; höchstwahrscheinlich hat nicht einmal Microsoft selbst konkrete Pläne für einen offiziellen Launch. Ein Zeitraum von zwei bis fünf Jahren scheint realistisch. Denn neben der noch unausgereiften und sehr teuren Hardware gibt es noch ein anderes, viel entscheidenderes Problem: Noch fehlen konkrete Anwendungsszenarien und qualitativ hochwertige Software.

| SOURCE: MS Hololens / TED (YouTube)