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Holoverse: Cave-Arcade in Australien eröffnet

von Matthias Bastian18. Juni 2016

Im australischen Southport kann man nun das “Holoverse” betreten, eine Art kommerzielles Cave-System, das als neuartige Attraktion vermarktet wird.

Auf über 1.500 Quadratmeter und in vierzig Räumen sollen sich die Nutzer in einer ganzen Reihe virtueller Welten verlieren, unter anderem geht es auf Safari oder in eine Mine. Der Besuch im Holoverse dauert circa 20 Minuten, dafür will der Betreiber Euclideon umgerechnet rund 36 Euro.

Damit die “Hologramme” zum Leben erwachen, tragen die Besucher eine herkömmliche 3D-Brille, wie man sie auch aus dem Kino kennt, die allerdings mit zusätzlichen Markern für das Tracking versehen ist. Die digitalen Bilder werden über Projektoren an die Wände eines jeden Raums projiziert. Mit echten Hologrammen hat Holoverse daher so viel zu tun wie Microsofts Hololens – nämlich gar nichts. Stattdessen handelt es sich um maximale Stereoskopie, die projizierten Bilder wirken durch den 3D-Effekt sehr räumlich. Einen detaillierten Erfahrungsbericht zum Holoverse gibt es hier.

Das stereoskopische Cave-System (Cave Automatic Virtual Environment) ist keine neue Technologie, auch wenn es von Euclideon als solche angepriesen wird. Schon seit den frühen 90ern werden die Höhlen speziell von Forschern und Ingenieuren eingesetzt. Vereinfacht ausgedrückt funktioniert eine Cave wie eine begehbare VR-Brille. Die Daten des Trackingsystems werden dafür benutzt, die Projektionen im Verhältnis zur Position und Kopfhaltung des Brillenträgers korrekt darzustellen.

Der Vorteil eines Cave-Systems ist die besonders glaubhafte Fortbewegung – man ist mit seinem eigenen Körper in der virtuellen Umgebung, anstatt einen Avatar zu besetzen. Dadurch ist auch Motion Sickness weitgehend ausgeschlossen und man muss keine unbequeme und kabelgebundene VR-Brille aufsetzen. Auch eine rudimentäre Interaktion mit der virtuellen Umgebung ist möglich, beispielsweise kann man in einer Mine mit einem Pickel die digitalen Wände bearbeiten. Dafür bekommen die Besucher einen einfachen Controller ausgehändigt, dessen Position und Bewegung über zusätzlich angebrachte Trackingkugeln erkannt wird. Allerdings ist das Holoverse noch ein reines Solo-Erlebnis, da die Beamer das Bild nicht gleichzeitig für verschiedene Blickrichtungen projizieren können.

Euclideon, die bei der Konzeption und Umsetzung des Holoverse mit einer Million australischer Dollar von der Regierung unterstützt wurden, wollen weitere Holoverse-Attraktionen in Melbourne und in China einrichten. Die deutlich interaktiveren, immersiveren und grafisch aufwendigeren virtuellen Erlebnisse dürften aber zukünftig Virtual-Reality-Arcades wie “The Void” bieten, die auf Hightech-VR-Brillen und hochwertige Trackinglösungen setzen. Eine Übersicht über die Angebote, die derzeit entwickelt werden, gibt es hier.

| Source: Euclideon | Featured Image: Euclideon