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HTC schreibt rote Zahlen, will weiter in Virtual Reality investieren

von Tomislav Bezmalinovic15. Februar 2017

HTC hat seine Finanzergebnisse für das vierte Quartal veröffentlicht. Diese fallen wie erwartet schlecht aus. HTC bekräftigt dennoch, dass es weiter in sein VR-Ökosystem investieren will.

HTCs Umsätze stagnieren im Vergleich zum dritten Quartal, obwohl das Weihnachtsgeschäft dazwischen liegt und in dieser Zeit zwei neue Smartphones, das HTC 10 Evo und das HTC Desire 10 Pro, erschienen sind. HTC meldet zudem, dass es seine Ausgaben um 34 Prozent reduzieren konnte.

In die Gewinnzone führen konnten diese Optimierungen das Unternehmen erwartungsgemäß nicht: Die Verluste im vierten Quartal sind mit circa 117 Millionen US-Dollar fast doppelt so hoch wie noch im dritten Quartal, fallen jedoch etwas geringer aus als noch vor einem Jahr. Insgesamt bleibt die Situation also schwierig für HTC.

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In dem Bericht heißt es, dass das taiwanesische Unternehmen weiter in HTC Vive und deren VR-Ökosystem investieren wolle. Namentlich erwähnt wird die Spielhalle in Taipei und das Förderprogramm Vive X. Über Zukunftspläne verrät der Bericht nichts.

Dass Virtual Reality HTC demnächst in die Gewinnzone führen wird, ist unwahrscheinlich. Derzeit gibt es noch keine große Nachfrage nach VR-Brillen: Das Marktforschungsunternehmen Super Data Research schätzt in seinem neusten Bericht, dass HTC 2016 circa 420.000 Einheiten des VR-Systems verkauft hat. Das ist zwar eine äußerst respektable Zahl für VR-Verhältnisse, sie zeigt aber auch, dass die Industrie noch weit vom Massenmarkt entfernt ist.

HTCs Investitionen in die neue Computerplattform sind folglich langfristig angelegt. Goldman Sachs geht davon aus, dass Virtual Reality bis 2020 rund 60 Prozent des Umsatzes von HTC ausmachen könnte. Das setzt allerdings voraus, dass HTC bis dahin nicht die Reißleine zieht und die Vive-Marke in ein eigenständiges Unternehmen überführt und so von den Umsatzverlusten des Mutterkonzerns abkoppelt.

Anfang Mai schuf HTC die Basis dafür und gründete die „HTC VIVE TECH Corp.“, ein Tochterunternehmen, das noch zu 100 Prozent zu HTC gehört. Zuletzt startete HTC Initiativen wie das Förderprogramm Vive X und die Vive Studios, die hochwertige VR-Inhalte produzieren sollen. Beide verzichten bereits auf die Marke HTC im Namen. Das gilt auch für Viveport, HTCs App Store, der speziell im asiatischen Markt Umsatz generieren soll.

Kurzfristig zum Erfolg verhelfen könnte HTC die neue Smartphone-Marke namens “HTC U” an, die im Januar offiziell vorgestellt wurde und einen hauseigenen KI-Assistenten einführen wird. Die neuen Modelle sollen im ersten Quartal 2017 erscheinen.

HTCs Quartalsbericht kann hier abgerufen werden.

| Featured Image: HTC

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