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HTC und Intel arbeiten gemeinsam an drahtloser Virtual Reality

von Tomislav Bezmalinovic10. Januar 2017

Im zweiten Quartal 2017 soll mit TPCast das erste, offizielle Wireless-Kit für HTC Vive erscheinen. Doch das taiwanesische Unternehmen ruht nicht und sucht aktiv nach Partnern, um die Entwicklung von Drahtlostechnologie für Virtual Reality voranzutreiben. Nun will HTC mit Intel zusammenarbeiten, um eine drahtlose Lösung basierend auf dem WiGig-Standard zu entwickeln.

Die Bandbreite herkömmlicher Wi-Fi-Netzwerke reicht nicht aus, um hochauflösendes Videomaterial drahtlos von A nach B zu übertragen. Deshalb setzt TPCast auf WirelessHD (auch als “Ultragig” bekannt), das in einem Frequenzbereich von 60 Ghz (statt 2,4 oder 5 GHz) operiert. WirelessHD kann pro Sekunde bis zu 3,5 Gigabyte an Bild- und Tonmaterial übertragen.

Das funktioniert jedoch nur über kurze Distanzen von bis zu zehn Metern und innerhalb des gleichen Raums. Außerdem darf für die Datenübertragung kein Objekt zwischen den Sender und Empfänger geraten. Das ist ein Grund, weshalb TPCast den Empfänger auf dem Kopf des Anwenders platziert und der Sender wie HTCs Basisstationen erhöht positioniert werden muss: Auf diese Weise wird praktisch ausgeschlossen, dass das Signal durch den eigenen Körper blockiert wird.

Intel treibt die Entwicklung einer anderen Netzwerktechnologie namens WiGig voran, die auf dem Wi-Fi-Standard IEEE 802.11ad basiert. Diese nutzt wie WirelessHD das 60-Ghz-Band und hat dieselben Einschränkungen, was die Distanz der Übertragung und dessen Störungsanfälligkeit betrifft, kann aber nur knapp 1 Gigabyte pro Sekunde an Daten übertragen.

Die Vorteile von WiGig

Dennoch hat WiGig zwei entscheidende Vorteile gegenüber WirelessHD ist: Erstens überträgt es nicht nur Bild- und Tonmaterial, sondern wie herkömmliche Wi-Fi-Netzwerke alle Arten von Daten. Zweitens wird es sich als Standard eher in Haushalten durchsetzen als WirelessHD.

Im Oktober 2016 begann die Wi-Fi-Alliance, Geräte zu zertifizieren, die mit der neuen WiGig-Netzwerktechnologie ausgerüstet sind. Die Organisation definiert nicht nur Wi-Fi-Standards, sondern sorgt durch Zertifizierung dafür, dass alle Geräte, die auf die Technologie zurückgreifen, einwandfrei miteinander funktionieren. Damit leistet sie einen entscheidenen Beitrag zur Verbreitung des Standards, der herkömmliche Drahtlosnetzwerke wenn nicht ersetzen, so doch sinnvoll ergänzen könnte.

Indem HTC mit Intel zusammen parallel an WiGig-Netzwerktechnologie für die Virtual Reality arbeitet, hält es sich technologisch alle Türen offen und kann, wenn nötig, auf einen anderen Standard wechseln, falls dieser sich in Haushalten durchsetzen sollte.

Von der Partnerschaft berichtete das US-Blog Road to VR.


| Featured Image: HTC / TPCast