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HTC Vive: Pre-Order startet am 29. Februar

von Carolin Albrand11. Januar 2016

***Update: Cher Wang, Geschäftsführerin von HTC, bestätigte außerdem gegenüber dem Telegraph, dass die Vorbestellung von HTC Vive am 29. Februar startet. Der Preis und das genaue Releasedatum stehen noch nicht fest.***

Ursprünglicher Artikel:

HTC geht es finanziell nicht gut. Seit 2011 sinken die Umsätze im Smartphone-Markt kontinuierlich. Von den rund zehn Prozent Marktanteil ist mittlerweile nur noch ein Prozent übrig. Kein Wunder, dass sich das Unternehmen neue Ziele setzt.

Denn während es für die Taiwanesen auf dem Smartphone-Markt schon seit Jahren kaum mehr was zu holen gibt, sind sie beim Thema Virtual Reality der aktuelle Star der Show. Die VR-Brille Vive Pre wurde auf der CES 2016 von Tech-Magazinen mit Lob überschüttet und konnte zahlreiche Awards im Bereich Virtual Reality gewinnen. Die scheinbar übermächtige Konkurrenz aus dem Hause Facebook und Sony findet hingegen kaum Erwähnung.  Der vor der CES vollmundig angekündigte “technologische Durchbruch” blieb zwar aus, dafür stellte sich die an der Vorderseite neu integrierte Kamera als sinnvolles Feature heraus, das das VR-Erlebnis sicherer und komfortabler macht. Speziell das Raumtracking und die Bewegungscontroller sind deutliche Differenzierungsmerkmale zu Oculus Rift und Co.

HTC-Chefin Cher Wang nimmt die positive Resonanz offenbar sehr bewusst wahr und bekennt sich auf einer Pressekonferenz im Rahmen der CES zum Thema VR: “Über Virtual Reality sprechen die Menschen schon seit 20, 30 Jahren, in Filmen, Büchern und jetzt ist wird alles wahr. Wir denken schon lange über VR nach und HTC hat nun die virtuelle Realität real gemacht.”

Dabei betont Wang nicht allein digitale Spiele als Anwendungsszenario, sondern spricht auch über mögliche Chancen in anderen Bereichen: “Mit Virtual Reality kennt Technologie keine Limits mehr. Man kann mit etwas, das man auf dem Kopf trägt, eine völlig neue Welt betreten. Das kann die Chirurgie verändern, die Bildung, die Wissenschaft, sogar Shopping”, glaubt die 57-jährige HTC-Chefin.

Ende 2015 investierte HTC in Surgical Theater, eine spezielle VR-Anwendung für Chirurgen. Die Software berechnet auf Basis von medizinischen Voruntersuchungen ein 3D-Modell des zu operierenden Bereichs, das in Virtual Reality angesehen werden kann. Das Modell soll im Vorfeld bei der Beratung von Patienten oder auch bei der eigentlichen OP unterstützend eingesetzt werden. Insgesamt wurden neun Millionen investiert, HTC steht an der Spitze des Investorenfeldes.

Offenbar hat die Krise im Smartphone-Markt dazu beigetragen, dass HTC über eine Neuausrichtung des Unternehmens nachdenkt. Laut Wang habe man sich der übermächtigen Marketing-Dominanz von Apple oder Xiaomi nicht mehr erwehren können. Innovation wäre Bestandteil der DNA des Unternehmens, jetzt müsse man sich darauf besinnen. Dafür müsse das gesamte Unternehmen das Thema Smartphones neu betrachten. “Wir müssen überlegen, wie wir nicht einfach nur bessere Smartphones designen, sondern wie wir neue Versionen eines Smartphones entwerfen können, wie beispielsweise Virtual Reality.” Zwar sei der Smartphone-Markt nicht plötzlich unwichtig, aber HTC müsse über natürliche Verbindungen zu neuen, vernetzten Technologie wie Wearables und Virtual Reality nachdenken.

Von dem Erfolg von Vive ist man bei HTC überzeugt, auf konkrete finanzielle Prognosen verzichtete das Unternehmen aber bisher. HTC Finanzchef Chang Chia-lin geht davon aus, dass die Erlöse außerhalb des Smartphone-Markts, dazu gehört HTC VIVE, rund zehn Prozent des Umsatzes in 2016 ausmachen werden.

| VIA: The Telegraph
| Image: HTC Vive