Am kommenden Dienstag auf der CES 2018 wird HTC voraussichtlich ein neues Modell der VR-Brille Vive enthüllen, das hochauflösendere Displays und neue Linsen bietet und womöglich Valves überarbeitetes Trackingsystem Lighthouse 2.0 unterstützt.

Wenn es sich bei HTCs kommender VR-Brille nicht um ein komplett neues Modell handelt, sondern nur um aktualisierte Bauteile im bekannten Gehäuse, sind zwei 4K-Displays – entgegen den Gerüchten – eher unwahrscheinlich. Um diese mit der nativen Auflösung bespielen zu können, bräuchte die VR-Brille einen zweiten HDMI- oder Display-Port-Anschluss – und einen enorm mächtigen PC als Zuspieler. HTC dürfte wenig Interesse daran haben, die Einstiegshürde für Virtual Reality zu weit nach oben zu setzen.

Wahrscheinlicher ist es, dass HTC neue Displays verbaut, die mehr Auflösung bieten als die aktuellen Vive-Screens, aber dennoch alltagstauglich sind. Samsung hat zwei OLED-Displays im Portfolio, die in Frage kommen: Zum einen jene in der Windows-VR-Brille Odyssey mit einer Auflösung von 1440 mal 1600 Bildpunkten bei 90 Hz.

Zum anderen stellte Samsung im Mai ein speziell für VR-Brillen entwickeltes OLED-Display mit einer Auflösung von 2024 mal 2200 Bildpunkten bei 120 Hz vor. Der Screen unterstützt außerdem HDR.

Die Pixeldichte gibt Samsung mit 858 PPI an, das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber aktuellen VR-Brillen wie Vive und Rift (circa 400 bis 450 PPI) – ohne dass der zuspielende PC restlos überfordert wird, wie es bei nativen 4K-Screens der Fall wäre.

HTC könnte die beiden Samsung-Screens wohl ohne größeren Aufwand in das aktuelle Vive-Gehäuse integrieren: Die Diagonale ist mit je 3,5 Zoll identisch zu den aktuellen Vive-Displays.

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Die höhere Auflösung reduziert den Fliegengittereffekt deutlich. Bild: Reddit-Nutzer Kenzo

Valves VR-LCDs kommen auch in Frage

Im vergangenen Oktober zeigte Valve neue VR-Technologie, die laut dem Unternehmen in die kommende Brillengeneration verbaut werden soll. Bestandteil sind neben für VR optimierten LC-Displays, die an OLED-Qualität heranreichen sollen, auch ein neues Set Linsen mit einem Sichtfeld von bis zu 120 Grad, also etwas weiter als das der aktuellen Vive-Brille. Die Linsen sollen außerdem ein schärferes Bild liefern und störende Lichtblitzer vermeiden.

Valve-Chef Gabe Newell deutete die Neuentwicklung schon im Februar 2017 an, für 2018 prognostizierte er den Marktstart: “Wenn wir Displays nur noch für die VR-Brille entwickeln, kommen wir viel schneller voran.” Valve habe über Jahre hinweg mit Display-Herstellern kooperiert, um für Virtual Reality optimierte Screens zu entwickeln.

Möglich ist auch, dass HTC die Valve-Linsen mit einem Samsung-Display kombiniert. Die Linsen funktionieren sowohl mit LC- als auch OLED-Displays.

Neues SteamVR-Tracking könnte unterstützt werden

Valve hat noch mehr neue Hardware in der Mache, die in den kommenden Monaten für SteamVR erscheinen soll: Ein überarbeitetes Trackingsystem sowie neue VR-Controller.

Das CES-Teaserbild des Vive-Präsidenten Alvin Wang Graylin zeigt zwar nur die VR-Brille und kein Zubehör, allerdings kündigte Vives B2B-Chef Hervé Fontaine gegenüber VRODO an, dass die VR-Brille zukünftig Valves Trackingsystem Lighthouse 2.0 unterstützen soll. Die rundum verbesserte Trackingtechnologie deckt unter anderem größere Flächen ab und arbeitet präziser und leiser bei geringerem Energieverbrauch.

Da die neuen Lighthouse-Sensoren abwärtskompatibel sind, könnten aktuelle Vive-Besitzer alternativ nur die alte Brille gegen das neue Premium-Modell austauschen und dieses mit den bereits vorhandenen Trackingstationen nutzen. Das könnte ein Upgrade der Vive-Brille etwas günstiger machen.

Valves schon im Herbst 2016 angekündigten VR-Controller Knuckles laufen ebenfalls mit beiden Versionen des Trackingsystems.


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