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HTC Vive: Apps und Spiele sollen auch für Playstation VR erscheinen

von Matthias Bastian10. März 2017

Ähnlich wie Oculus VR oder Valve finanziert HTC die Entwicklung neuer Virtual-Reality-Spiele und -Apps. Das Unternehmen sperrt die selbstentwickelten Anwendungen nicht auf der eigenen Plattform Viveport ein, sondern verteilt sie unabhängig von den Herstellern in den Stores. In Zukunft soll HTCs Software auch für Playstation VR erscheinen.

Konkret geht es um die Anwendungen, die HTC gemeinsam mit Partnern in den internen Vive Studios entwickeln lässt. Das erste VR-Spiel “Arcade Saga” erschien im Dezember 2016 für HTC Vive, rund zwei Wochen später folgte eine Version für Oculus Rift. Weitere Spiele und Apps sollen in den kommenden Wochen und Monaten auf den Markt kommen, unter anderem die Tennis- und Tischtennissimulation “VR Sports” am 15. März.

Im Interview mit Gamespot gibt HTCs Vizepräsident für globale Inhalte Joel Breton an, dass sich das Unternehmen in Verhandlungen mit Sony befindet, um die hauseigene Software für Playstation VR zu veröffentlichen. Laut Breton ist Sony zu diesem Deal bereit.

Spiele und Apps von externen Entwicklern, deren Programmierung von HTC unterstützt wurde, sind ohnehin nicht auf eine Plattform festgelegt. Die arcadelastige Boxsimulation “Knockout League” beispielsweise erschien zeitgleich für Oculus Rift und HTC Vive.

Laut Breton wurden die Vive Studios gegründet, um das VR-Ökosystem als solches voranzubringen und Entwicklern eine Chance zu geben, erfolgreich zu arbeiten. “Die beste Chance haben sie, wenn sie ihre Apps für mehrere Plattformen veröffentlichen”, sagt Breton.

Die Vive-Studios seien so konzipiert, dass sie von Anfang an Gewinn erzielen sollen. “Wenn wir unsere Inhalte für mehrere VR-Brille anbieten, haben wir eine größere Chance, unsere Ziele zu erreichen”, so Breton.

Offenbar hat sich HTC von der ohnehin unrealistischen Vorstellung verabschiedet, mit Viveport eine dauerhaft wettbewerbsfähige Plattform gegen Steam, Facebook und Co. ins Rennen schicken zu können. Nur so lässt sich diese Veröffentlichungsstrategie erklären.

Spieler, die auf hochwertige AAA-Software warten, müssen sich laut Breton noch ein wenig gedulden. Solche Mega-Titel bräuchten Teams von circa 100 Entwicklern, die über drei oder vier Jahre hinweg arbeiten. In den größten VR-Studios würden derzeit bis zu 50 Entwickler an Projekten sitzen, die nach circa einem Jahr fertiggestellt seien.

Oculus VR schadet laut Breton Entwicklern

Während Breton Sony für Playstation VR explizit lobt, kritisiert er den direkten Wettbewerber Oculus VR. Von Oculus finanziell unterstützte Titel erscheinen für gewöhnlich exklusiv für Oculus Rift auf der Facebook-Plattform und sind für die Besitzer anderer VR-Brillen nicht offiziell zugänglich. Sony hat im Grunde die gleiche Strategie, kaufte PC-Spielern den VR-Modus von Resident Evil 7 weg – warum sich Breton daran nicht stört, ist unklar.

Oculus würde zwar viel für das Ökosystem leisten, so Breton, mit dem Vorgehen der Facebook-Tochter sei man bei HTC jedoch nicht einverstanden. Das Unternehmen würde durch den Plattformzwang die Chance von Entwicklern mindern, eine große Community aufzubauen.

Für Entwickler sei es problematisch, wenn sie zuerst mit finanzieller Hilfe eine Anwendung programmieren würden, um dann anschließend auf eigenen Beinen zu stehen. Die Budgets der von den Oculus Studios finanzierten Apps würden nicht im Verhältnis zur Größe des Marktes stehen.

“Studios lernen, auf diesem Niveau Inhalte zu produzieren, und wenn sie dann am nächsten Spiel arbeiten, haben sie Probleme, weil sie nicht mehr passend zum Markt entwickeln können”, sagt Breton.

| Featured Image: VRODO | Source: Gamespot

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