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HTC Vive bei Entwicklern beliebter als Playstation VR und Oculus Rift

von Matthias Bastian25. August 2016

Im Vorfeld der Virtual-Reality-Entwicklerkonferenz in San Francisco befragten die Veranstalter rund 500 Profis aus der VR-Industrie zu Plänen, Hoffnungen und Befürchtungen.

Laut der Umfrage arbeiten die meisten Entwickler aktuell an Projekten für HTC Vive (48,6 Prozent), dicht gefolgt von Oculus Rift (43,2 Prozent). Danach folgen mobile Plattformen wie Gear VR (33,9 Prozent), Cardboard (29,2 Prozent) und die noch nicht gelaunchte Daydream-Initiative von Google (14,6 Prozent). Erstaunlich abgeschlagen ist Playstation VR: Nur 12,9 Prozent der befragten Entwickler programmieren Software für die Sony-Brille.

Auch bei der Frage nach den Zukunftsplänen liegt HTC Vive vorne. 34,6 Prozent der Entwickler geben an, dass sie neue Software für die Vive-Brille planen. Im Vergleich möchten nur 23,4 Prozent der Umfrageteilnehmer neue Rift-Software entwickeln. Playstation VR (3,7 Prozent) spielt kaum eine Rolle in den Planungen der Antwortgeber.

Laut einer Umfrage planen VR-Entwickler die meisten Projekte für HTC Vive.

Kaum ein Entwickler plant ein neues Projekt für Playstation VR. BILD: VRDC

Spätestens an dieser Stelle schleichen sich erste Zweifel an der Validität der Stichprobe ein, die sich möglicherweise in erster Linie aus kleinen Entwicklerstudios für den PC- und Smartphone-Markt zusammensetzt. Ein deutlicher Hinweis darauf: Die Hälfte der Entwickler gibt an, dass sie ihre Arbeit aus der eigenen Tasche zahlen.

Geht man nach den Ergebnissen früherer Umfragen, dann ist Playstation VR bei Entwicklern mindestens genauso beliebt wie die PC-Brillen oder liegt sogar deutlich vorne. Ohnehin bietet Sony für Playstation VR ein unbestritten starkes Launch-Lineup – über fehlende Unterstützung aus der Industrie können sich die Japaner nicht beklagen. Dafür investiert Sony auch entsprechend.

Die Macher der Umfrage räumen ein, dass eine “große Zahl” der Antwortgeber die Frage nach den Zukunftsplänen übersprungen hat. Sie interpretieren das als mögliche Unsicherheit in der Entwicklerszene, welche Plattform sich etabliert und einen lukrativen Markt bietet. Kaum Zweifel gibt es indes daran, dass sich Virtual- und Augmented-Reality-Plattformen langfristig etablieren. Über 95 Prozent der Entwickler glauben an den Erfolg der räumlichen Computer.

Die größten Hürden für Massenmarkt-VR: Übelkeit und Preis

Bei den offenen Antworten konnten sich Entwickler zu ihren Bedenken hinsichtlich möglicher Stolpersteine äußern. In erster Linie werden VR-Übelkeit und der hohe Einstiegspreis als Risikofaktoren für die Branche ausgemacht.

“Wenn jemand mal eine schlechte VR-Erfahrung hatte, verliert man ihn für immer. Und es ist einfach, eine schlechte VR-Erfahrung zu haben”, schreibt ein Entwickler.

Im Kontext der VR-Übelkeit sprechen viele Entwickler das noch ungelöste Problem der Fortbewegung in Virtual Reality an. Die Auswahl an Genres, die man in einer immersiven VR-Erfahrung gut umsetzen könne, sei noch sehr begrenzt, schreibt ein Entwickler.

Auch ungelöste soziale Probleme werden angesprochen: “Wenn eine Familie 4.000 US-Dollar ausgeben muss, um ein Spiel gemeinsam zu spielen, dann erreicht man den Massenmarkt nicht.”

Der vollständige Bericht zur Umfrage kann hier heruntergeladen werden.

| Source: VRDC