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HTC Vive CV: Bei kommerzieller Nutzung erlischt Garantie

von Matthias Bastian13. Juni 2016

Update:

Die HTC Vive Business-Edition kommt außerdem mit einer speziellen Lizenz für die kommerzielle Nutzung. Dienstleister und Unternehmen, die die Endverbraucher-Version (CV) der Vive-Brille für kommerzielle Zwecke einsetzen (bspw. auf Messen, für Demos), verlieren jeglichen Anspruch auf Garantie. Die genauen Lizenz- und Garantiebedingungen für die kommerzielle Nutzung je nach Anwendungsszenario können hier via Formular angefragt werden. Eine Möglichkeit, die kommerzielle Version via Lizenzkauf zu upgraden, gibt es nicht.

Auszug aus den Lizenzbedingungen:

“Vive BE is the Business Edition, which is licensed for commercial use. If you use the consumer version (noncommercial) for commercial use, your warranty is null and void. Vive BE offers a commercial warranty and an improved repair/replacement plan. Using a consumer Vive system in a commercial environment violates the Terms & Conditions and voids the warranty.”

Ursprünglicher Artikel:

Unternehmen können jetzt 50 Prozent mehr für die VR-Brille HTC Vive bezahlen, wenn sie möchten. Die “Business Edition” der Vive-Brille kostet 1200 US-Dollar zuzüglich Versand und Steuern. Für den Aufpreis gibt es eine eigene Business-Hotline für den Support.

In der Tat ist die Ankündigung von HTC weniger spannend, als man im ersten Moment denken mag – es dürfte sich wohl eher um einen Marketing-Versuch im B2B-Bereich handeln. Obwohl in der Industrie sicher das nötige Geld vorhanden wäre, um deutlich hochwertigere VR-Brillen mit hochauflösenderen Screens, mehr Komfort oder verbessertem Linsensystem zu bezahlen, bietet HTC den Unternehmen die gleiche VR-Brille an wie Endverbrauchern – aber für 500 US-Dollar mehr.

Im Lieferumfang sind die VR-Brille, zwei Basisstationen für das Tracking, Kopfhörer, alle benötigten Kabel und die Linkbox enthalten. Zusätzlich gibt es vier Gesichtspolster (2x weit, 2x schmal) und – das ist der Unterschied – eine dezidierte Support-Hotline nur für Unternehmen. Im Unternehmeralltag dürfte sich diese aber durchaus als nützlich erweisen, nicht jeder Mitarbeiter weiß, wie man eine VR-Brille in Betrieb nimmt. Ein Aufbauservice kann optional kostenpflichtig hinzugebucht werden. Mehr Informationen zur Business-Brille gibt es hier.

Die Brille launcht noch in diesem Monat in den USA, Kanada, UK, Deutschland und Frankreich. Weitere Länder sollen in den kommenden Wochen folgen. “Virtual Reality hat bewiesen, dass sie bei Endverbrauchern gut ankommt und zeigt jetzt auch das Potenzial für Unternehmen”, sagt Daniel O’Brien, VP bei HTC, dem Online-Magazin Engadget. “Das ist unsere Antwort auf die hohe Nachfrage der globalen Industrie für eine komplette VR-Erfahrung.”

Bislang konnte sich der Verkauf von HTC Vive nicht signifikant auf die fallenden Umsätze von HTC auswirken. Auch im April und Mai, den erste beiden Verkaufsmonaten von HTC Vive, lag der Umsatz unter dem des Vorjahres. Der B2B-Markt könnte sich für HTC aber lohnen, das glauben zumindest die Investmentbanker von Goldman Sachs. Sie gehen davon aus, dass HTC zukünftig viel Umsatz durch den Verkauf von Non-Gaming-Anwendungen über die HTC-Vertriebsplattform Viveport generieren könnte. Bis 2020 soll die VR-Sparte 60 Prozent des HTC-Umsatzes ausmachen. Unter anderem bietet HTC bereits eine spezielle Lern- und Diagnosesoftware für Chirurgen an.

Ein kluger Schachzug von HTC? Diskutiere mit im Virtual-Reality-Forum.

| Via: Arstechnica | Featured Image: HTC