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Virtual Reality: Das passiert im Ghost Train im Thorpe Park

von Matthias Bastian25. Oktober 2016

Update vom 25. Oktober 2016:

HTC präsentiert ein Making-of zur Produktion der Geisterzug-Erfahrung. Bemerkenswert: Insgesamt sind 60 HTC Vives und Rechner über drei Züge verteilt im Parallelbetrieb und werden über das WLAN-Netz synchronisiert.

Ursprünglicher Artikel vom 10. Juli 2016: Das passiert im Ghost Train im Thorpe Park

Besonders Vergnügungsparks erobern derzeit den Markt für Virtual Reality außer Haus. Zum Wochenende eröffnete im Thorpe Park eine neue VR-Attraktion: Ein virtueller Geisterzug, konzipiert von Illusionist Derren Brown. Im Netz verraten erste Besucher das Geheimnis der Mixed-Reality-Erfahrung.

Die eigentliche Eröffnung war bereits für Frühjahr geplant, musste aber aufgrund technischer Probleme auf den Sommer verschoben werden. Rund drei Jahre wurde an der Attraktion gearbeitet, mehrere Millionen Pfund sollen in die Entwicklung geflossen sein. Eine Fahrt mit dem Geisterzug dauert gute zehn Minuten und ist ab 13 Jahren freigegeben. Obwohl Virtual Reality das Alleinstellungsmerkmal ist, ist die Attraktion nicht rein virtuell, sondern besteht aus mehreren Abschnitten. Sowohl der Anfang als auch das Zwischenstück werden von realen Schauspielern begleitet, die die Besucher durch eine viktorianische Bahnstation hetzen.

Die Hauptattraktion istdie Zugfahrt mit HTC Vive. Zweimal nehmen bis zu 58 Parkbesucher gleichzeitig in einem schwebenden Zugabteil Platz, das mittels Hydraulik so in Schwung gebracht wird, dass die Bewegungen zu den gerenderten Bildern in der VR-Brille passen. Bis zu 14 Fahrgäste innerhalb einer Sitzgruppe werden über zwei Vive-Basisstationen getrackt. Obwohl alle Besucher im gleichen Abteil sitzen, erlebt jeder, abgeschirmt durch VR-Brille und Kopfhörer, eine eigene Geschichte. Neben vielen unterschiedlichen Handlungsverläufen soll es drei verschiedene Enden geben. Die virtuelle Fahrt ist eher cineastisch angelegt und kein Ersatz für eine typische Achterbahn. Monster greifen den Zug an und betreten das Abteil, sprechen direkt zu den Besuchern. Ein detailliertes Video aus dem Innenbereich gibt es hier.

Tolle Atmosphäre, schwache Grafik

Die ersten Eindrücke bei YouTube und in Internetforen sind insgesamt durchwachsen bis positiv. Häufigster Kritikpunkt an der VR-Erfahrung ist die mangelnde grafische Qualität, die beim ein oder anderen Fahrgast die Immersion verhinderte. Entwickelt wurden die gerenderten Szenen vom UK-Studio Figment Productions, das auch die Achterbahnfahrt Galactica für den Vergnügungspark Alton Towers umsetzte. “Die Wahrheit ist, dass die Technologie noch nicht richtig ausgereift ist. Wir verwenden viele Tricks, um so eine Erfahrung möglich zu machen, aber in der Zukunft von VR muss noch vieles besser werden, damit Inhalteersteller wie wir unsere kreativen Visionen besser umsetzen können”, sagt der erstaunlich selbstkritische Simon Reveley, Gründer von Figment Productions, gegenüber BBC.

| Featured Image: Thorpe Park | Source: BBC, YouTube, Standard.co.uk, Maniahub