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HTC Vive: Daylight’s End mit neuem Konzept für Mix aus Film und Spiel

von Matthias Bastian27. August 2016

Wie mischt man Film und Spiel zum ultimativen Unterhaltungsmedium? Seit mehr als zwei Jahrzehnten suchen Filme- und Spielemacher nach einer Antwort auf diese Frage. Bislang vergeblich.

Der typische und offensichtliche Ansatz ist meist, dass man den Spieler in die Filmwelt versetzt. Dabei heraus kommt häufig ein halbgares Spiel, das nicht die volle Interaktion bietet und ein wenig überzeugender Film, der die erzählerischen Vorteile des Mediums nicht konsequent ausreizt. In der Geschichte der Gaming-Industrie existieren nur sehr wenige gute Beispiele für einen gelungenen Genremix.

Einen gänzlich anderen Ansatz wählen die Produzenten des Films Daylight’s End. In der ergänzenden VR-Erfahrung versetzen sie den Spieler in eine thematisch passende und interaktive virtuelle Kinoumgebung. Der Film läuft gewöhnlich in 2D auf der Leinwand, während sich der Spieler frei in der 3D-Umgebung bewegen und mit ihr interagieren kann. Wenn man so will, ist das eine virtuell augmentierte Form des Filmmediums. Der neutrale Kinosaal wird zum thematisch passenden Abenteuerspielplatz. Man könnte es auch Action-Kino nennen.

Daylight’s End VR ist nur eine Andeutung des möglichen Potenzials

In der derzeit sehr rudimentären Fassung kann Daylight’s End nicht nachweisen, dass die virtuelle Ergänzung das Filmerlebnis nennenswert verbessert. Aber es braucht nicht viel Fantasie, um das Konzept ein wenig weiterzuspinnen. Spieler könnten mit ihren Handlungen in der VR-Umgebung die Story verändern und ausgewählte Ereignisse – zum Beispiel eine Schießerei – könnten sich gleichzeitig in der Virtual Reality abspielen und die Filmerfahrung intensivieren.

Das VR-System würde – analog zu Surround-Lautsprechern – das filmische 2D-Erlebnis mit visuellen und interaktiven Elementen räumlich ergänzen. Noch besser kann man sich das mit Augmented-Reality-Brillen wie Hololens vorstellen.

Vielleicht ist der richtige Ansatz für einen Mix aus Film und Spiel eben nicht die 50/50-Mischung, sondern eine sinnvolle parallele Anordnung der beiden Medien. Die Virtual-Reality-Demo zu Daylight’s End kann man sich hier kostenlos bei Steam herunterladen.

| Featured Image: Groove Jones LLC