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HTC Vive: Entwickler von “Onward” wird von Valve unterstützt

von Tomislav Bezmalinovic30. Dezember 2016

Die Militärsimulation “Onward” für HTC Vive ist einer der größten Überraschungshits für die Virtuelle Realität. Nun klopft sogar Valve an die Türe des Entwicklers Dante Buckley an und lädt ihn für einen Monat in die Büros nach Bellevue ein.

Buckley schreibt in einer Nachricht an seine Fans, dass er im Januar bei Valve an Onward weiterarbeiten werde. Welche Form diese Kooperation annimmt, ist unklar, aber für den 20-jährigen Entwickler dürfte das eine Riesenchance sein. Valve ist bekannt dafür, junge Talente zu fördern und unter Umständen auch anzuwerben.

Hieraus gingen in der Vergangenheit Spiele vom Kaliber eines Counterstrike, Dota 2 und Portal hervor. Valve dürfte ein großes Interesse daran haben, einen vergleichbaren Hit für die Virtuelle Realität zu produzieren. Im Gegensatz zu Sony und Oculus hat das Unternehmen bisher wenig in die Entwicklung von VR-Spielen für seine Plattform investiert.

Buckley hat das Spiel im Alleingang programmiert

Onward hat eine interessante Entwicklungsgeschichte. Dessen Schöpfer, Dante Buckley, hat 18-jährig sein Studium geschmissen, um sich ganz der Entwicklung des Spiels zu verschreiben. “Ich hatte noch etwas Geld übrig und so stürzte ich mich in die Arbeit. Ich konnte ein wenig programmieren, aber keine Spiele”, erzählt Buckley dem US-Blog Upload VR.

Deshalb habe er Tutorials auf Youtube geschaut und auf andere Ressourcen im Internet zurückgegriffen und damit Onward aus dem Nichts erschaffen. “Daher kommt der Name des Spiels. Ich wollte vorwärtskommen und das war der perfekte Name für diesen Zeitpunkt in meinem Leben,” sagt Buckley.

Dafür habe er während eines Jahres mehr als 14 Stunden täglich gearbeitet. “Das war super stressig und mit einer Menge Red Bull verbunden”, erzählt Buckley. Am 30. August 2016 schließlich erschien der Titel im Early-Access auf Steam. Seither hat sich das Spiel über 30.000 Mal verkauft und verzeichnete zeitweise über 270 Spieler gleichzeitig. Für einen VR-Titel ist das eine ganze Menge.

Für Hardcore-Gamer entwickelt

Buckley begeisterte sich schon früh für Ego-Shooter. Halo spielte er bereits, als er sechs Jahre alt war. Als er älter wurde, folgten Spiele wie Call of Duty, Medal of Honor und Battlefield. Für die Virtuelle Realität wollte Buckley eine möglichst realistische Militärsimulation entwickeln.

Anders als in Shootern für den Monitor, die man mit dem Gamepad oder Maus und Tastatur spielt, führt man in Onward alle Aktionen durch eigenhändige Bewegungen aus: Um eine Granate zu benutzen, muss man sie vom Gürtel lösen, den Stift rausziehen und in die Richtung des Gegners werfen. Dasselbe gilt für das Nachladen und Einstellen des virtuellen Gewehrs.

Im Spiel bewegt man sich mit dem linken Touchpad fort, dank raumfüllendem Tracking kann man hierfür aber auch den realen Raum nutzen – soweit es dieser zulässt. Wenn man um eine Ecke schauen, den Kopf einziehen oder sich auf den Boden werfen muss, so tut man dies unter Einsatz des eigenen Körpers.

Vielleicht ist Onward deshalb so erfolgreich, weil es sich bewusst an Hardcore-Gamer richtet. Es bestätigt die Regel, dass es das Gespür und die Leidenschaft Einzelner ist, die für den Erfolg eines Projekts sorgen und nicht die Ausrichtung am Geschmack der Masse. “Ich habe dieses Spiel für mich selbst gemacht. Ich wollte, dass Onward das Spiel meiner Träume wird”, sagt Buckley.

Onward ist derzeit auf Steam um 20 Prozent reduziert und kostet 18,39 Euro.

| Featured Image: Downpour Interactive

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