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HTC Vive: EyeMynd entwickelt Gerät für Gedankensteuerung

von Tomislav Bezmalinovic13. November 2016

Daniel Cook glaubt, dass wir für die Interaktion in Virtual Reality schon bald keine Controller mehr brauchen. Stattdessen werden wir die digitale Sphäre allein mit Gedankenkraft steuern können. Im kommenden Frühling will sein Unternehmen eine Kopfplatte für HTC Vive auf den Markt bringen, die Gehirnströme erfasst, auswertet und in Computerbefehle übersetzt.

Daniel Cook setzte sich schon vor zwanzig Jahren mit Gehirnströmen auseinander. Damals arbeitete er für eine Regierungsbehörde, die genauere Lügendetektoren entwickeln wollte. Nun glaubt Cook, dass die Zeit gekommen ist, um ein Interface zu entwickeln, das direkt mit dem Hirn verbunden ist.

“Computer sind so schnell geworden, dass wir die Signale des Hirns aufzeichnen und in Echtzeit auswerten können,” sagte Cook gegenüber The Guardian. Für das Aufzeichnen dieser Signale ist eine Kopfplatte mit 16 EEG-Sensoren zuständig. Die Auswertung übernimmt ein selbstentwickeltes Programm.

Die Kraft der Vorstellung

“In einem Traum kannst du rennen ohne Beine zu haben. Unsere Vorstellungskraft erzeugt diese Hirnsignale und wir können sie auslesen,” sagt Cook. Mit seiner Technologie bauche man keine Augen, um zu sehen und keine Ohren, um zu hören. “Wir können all das umgehen,” sagt der Visionär.

Sowohl die Hard- als auch die Software wurden von seinem Unternehmen Eyemynd entwickelt. Das Developer Kit soll diesen Frühling erscheinen und wird Tools beinhalten, mit denen Entwickler Anwendungen programmieren können, die von den Gehirndaten Gebrauch machen. Wie teuer das Developer Kit sein wird und wann es erscheint, ist nicht bekannt.

Neurowissenschaftler zweifeln an Umsetzbarkeit

Die Kopfplatte muss kalibriert werden, bevor sie in Betrieb genommen wird. Hierzu muss der Anwender in einem Spiel namens “Smile with Lucy” Gesichtsausdrücke einer computeranimierten Figur nachahmen. Die Software zeichnet dabei die individuellen Muster der Gehirnströme auf.

Unternehmen wie Emotiv und NeuroSky haben ähnliche Produkte auf den Markt gebracht. Allerdings dienen diese wissenschaftlichen Anwendungen. Neurowissenschaftler bezweifeln die Umsetzbarkeit von Cooks Vision. “Konzeptuell klingt es simpel, aber praktisch gesehen ist es nahezu unmöglich,” sagt Jack Gallant, der Leiter des neurowissenschaftlichen Labors der Universität von Berkeley.

Dem Neurowissenschaftler zufolge ist der Schädel so dick, dass er wie ein Filter wirkt. Um an brauchbare Daten zu kommen, wären Hirnimplantate notwendig.

Zuckerberg denkt bereits an Telepathie

Cook lässt sich derweil nicht entmutigen und verweist auf Mark Zuckerberg, der bereits laut über telepathische Kommunikation nachgedacht habe.

Der CEO von Facebook sagte diesen Sommer: “In der Hirnforschung werden derzeit ziemliche verrückte Entdeckungen gemacht, die darauf hindeuten, dass solche Dinge eines Tages möglich sein könnten.”

Zuckerberg glaubt, dass Gedankenübertragung die ultimative Kommunikationstechnologie sein wird :”Eines Tages können wir uns einfach Gedanken zuschicken. Man denkt an etwas und wenn man möchte, kriegen Freunde diesen Gedanken mitgeteilt.”

| Featured Image: EyeMynd