Update vom 30. Januar 2018:

Bethesda hat soeben den Betapatch 1.1.24.0 veröffentlicht. Nach der Installation lassen sich die Größenverhältnisse der Welt anpassen und die Zielfernrohre funktionieren ordnungsgemäß. Die Liste aller weiteren Änderungen und Fehlerbehebungen steht hier.

Update 2:

Bethesda hat ein zweites Beta-Update aufgespielt, mit dem das Supersampling standardmäßig auf den Wert 1.2 heruntergestuft wird (siehe Update unten). Außerdem wurde ein Problem mit der Darstellung von Vegetation behoben.

Update 1:

Patch behebt Bildprobleme, erste Eindrücke des Spiels

Bethesda hat ein Beta-Update aufgespielt, das einen Renderfehler behebt. Nutzer berichteten zuvor über ein unscharfes Bild und eine tiefe Auflösung (siehe Artikel unten). Um den Patch zu installieren, müssen Nutzer in der Steam-Bibliothek auf Fallout 4 VR rechtsklicken, das Eigenschaftenfenster öffnen und unter dem Reiter “Betas” das Beta-Update 1.0.28.0 auswählen.

Nach der Installation des Updates wird das Bild standardmäßig zuerst in 1.4-facher Auflösung gerendert, bevor es auf die Auflösung der Vive-Displays heruntergerechnet wird. Dieses Renderverfahren nennt sich Supersampling und sorgt für ein wesentlich schärferes Bild, kostet aber viel Rechenleistung. Mit einer GTX970 war das Spiel danach nicht mehr flüssig spielbar. Laut den offiziellen Systemanforderungen wird für flüssiges Spielen mindestens eine GTX 1070 benötigt.

Anpassung der Kantenglättung

Wer nach dem Beta-Update mit einer tiefen Bildwiederholrate zu kämpfen hat, kann das rechenintensive Renderverfahren herunterstufen oder ganz deaktivieren. Hierfür muss man die Konfigurationsdatei “Fallout4Custom.ini” im Ordner “Dokumente/My Games/Fallout4VR”  öffnen und folgende Zeilen hinzufügen:

[VRDisplay] 
fRenderTargetSizeMultiplier=1.0

Mit diesem Wert wird das Supersampling deaktiviert. Dadurch wirkt das Bild aber auch nicht mehr so scharf. Wer Leistungsreserven hat, kann mit Supersampling-Werten von 1.1, 1.2 und 1.3 experimentieren. Mit einem sehr schnellen Rechner kann man noch höher als 1.4 gehen.

Die Standardkantenglättung lässt sich ebenfalls deaktivieren. Um den Unterschied zu sehen, öffnet man auf dem Monitor mit der Taste “~”, “^” oder “Shift +” die Konsole, tippt den Befehl “taa off” (ohne Anführungszeichen) ein und bestätigt mit Enter.

Wer diese Kantenglättung dauerhaft deaktiviert möchte, kann dies ebenfalls in einer Konfigurationsdatei tun. Hierfür öffnet man im gleichen Ordner wie oben die Datei “Fallout4VRCustom.ini” und führt ihr folgende Zeilen hinzu:

[General]
sStartingConsoleCommand=taa off

Wenig Freude mit Oculus Rift

Mit Oculus Rift sieht das Spiel dank etwas geringerem Fliegengittereffekt der Displays noch um eine Ecke schöner aus. Leider ist es beinahe unmöglich, mit Oculus Touch durch die Einstellungen und Menüs zu navigieren.

Die Bewegungen des Analogsticks werden vom Spiel als Wischbewegung auf dem Vive-Thumbpad interpretiert. Drückt man den Analogstick beispielsweise nach rechts und lässt ihn los, springt man zuerst zur rechten Auswahl und dann wieder zurück. Das ist jedoch nur eines von vielen Problemen, die die fehlende Touch-Unterstützung mit sich bringt. Rift-Nutzer sollten deshalb mit dem Kauf abwarten.

Die Steuerung mit den Vive-Controllern

Die Steuerung mit den Vive-Controllern

Kriechzwang beim Spielen im Sitzen

Das Spiel bietet eine ganze Reihe an VR-Einstellungen. Neben Teleportation steht fließende Fortbewegung inklusive Sprint zur Verfügung. Wenn man sich zu weit teleportiert oder sprintet, verbraucht man sogenannte Actionpunkte, die für den V.A.T.S.-Zeitlupenmodus benötigt werden. Das soll verhindern, dass man zu schnell über die Landschaft hüpft oder rennt. Die Punkte laden sich von selbst auf, wenn man sich normal fortbewegt.

Wem bei fließender Fortbewegung schlecht wird, kann wie bei Skyrim VR einen Tunneleffekt aktivieren, der sich getrennt anpassen lässt. Künstliche Drehungen werden ebenfalls unterstützt, jedoch nur in Gradschritten. Dadurch kann man das Spiel auch im Sitzen spielen. Ärgerlich: Die Kopfhöhe lässt sich nirgends anpassen, sodass man im Spiel am Boden kriecht, wenn man sich im echten Leben hinsetzt. Hier muss Bethesda dringend nachbessern.

Der Pip-Boy kann in drei Varianten angezeigt werden. In der ersten Variante ist er am Arm befestigt. Bewegt der Nutzer den realen Arm zum Gesicht, wird der Pip-Boy automatisch vergrößert, sodass man das Display besser erkennt. In der zweiten Variante erscheint der Pip-boy als solcher statisch vor dem Gesicht des Nutzers, ohne dass man den Arm bewegen muss. In der dritten Variante hat man nur noch ein klassisches 2D-Interface vor sich ähnlich Skyrim VR.

Ebenfalls erwähnenswert ist, dass man im Spiel aktuell nicht durch Visiere von Waffen schauen kann. Laut Road to VR will Bethesda die Funktion in einem späteren Update nachreichen.

Ursprünglicher Artikel vom 12. Dezember 2017:

HTC Vive: Fallout 4 VR erschienen, Probleme mit Oculus Rift

Fallout 4 VR ist ab sofort erhältlich. Während erste Vive-Nutzer bereits die postnukleare Welt erforschen, klagen Rift-Besitzer über Probleme mit der Steuerung, die den Titel praktisch unspielbar machen.

Da die VR-Portierung offiziell nur HTC Vive unterstützt, ist die Steuerung nicht für Oculus Touch optimiert. Es treten daher ähnliche Probleme auf wie bei Doom VFR, das ebenfalls von Bethesda ist und keine Rift-Unterstützung bietet.

Die Probleme fangen bei der Charaktererstellung an: Um seinen Avatarnamen in eine virtuelle Tastatur eintippen zu können, müssen Rift-Nutzer die herkömmliche Version von SteamVR installieren. Mit der Beta-Version von SteamVR, die für das Starten von Doom VFR benötigt wird, funktioniert das nicht.

Um die normale SteamVR-Version zu installieren, müssen Nutzer auf SteamVR rechtsklicken, das Eigenschaftenfenster öffnen und sich unter dem Reiter “Betas” von der Beta abmelden.

Erschwerte Menünavigation

Auch ansonsten läuft Fallout 4 VR laut ersten Nutzerberichten nicht optimal mit den Touch-Controllern. Unter anderem soll es Probleme mit den Menüs und bei der Interaktion mit Gegenständen geben.

Auf das Gamepad auszuweichen, ist keine Option für Rift-Nutzer, da Fallout 4 VR noch keine Gamepad-Unterstützung bietet. Diese will Bethesda laut Upload VR erst später nachreichen. Der US-Blog schreibt, dass man mit einem Gamepad immerhin durch Menüs navigieren kann und empfiehlt die parallele Nutzung des Eingabegeräts neben Oculus Touch.

Einige Nutzer berichten zudem über ein sehr unscharfes Bild, unabhängig von der eingesetzten VR-Brille. Bethesda arbeitet an dem Problem und bietet eine Zwischenlösung an. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Standardkantenglättung zu deaktivieren. Wie das geht, steht hier.

Eine gute Nachricht für Modder: Ein Reddit-Nutzer berichtet, dass das Spiel Texturenmods zulässt. Hierfür muss man lediglich eine kleine Änderung in einer Konfigurationsdatei vornehmen.

Fallout 4 VR ist bei Steam erhältlich und kostet 59,99 Euro.

| Featured Image: Bethesda

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