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HTC Vive: Finale Version besser als Pre, Store ist optional

von Matthias Bastian24. Januar 2016

Anfang Januar tauchten erste Bilder und ein Installer für Viveport auf, einen eigenen Online-Store für HTC Vive für den Vertrieb von Virtual-Reality-Apps. Das war überraschend, denn speziell PC-Spieler gingen davon aus, Software wie gewohnt über Valves Vertriebsplattform Steam kaufen zu können.

Im Rahmen einer Frage- und Antwortrunde beim Kölner VR-Meetup gab Shen Ye, VR-Spezialist bei HTC, nun Entwarnung. Viveport wird ein optionales Angebot sein, das sich primär an den chinesischen Markt richtet. Das deckt sich mit unserer Überlegung von Anfang Januar, die auf Rückmeldungen aus Entwicklerkreisen basierte: Viveport soll VR-Spiele in Ländern zugänglich machen, in denen Steam nicht populär oder verfügbar ist. “Der HTC-Store ist eher eine Option für die Leute, die Steam nicht nutzen können. Wir versuchen eine Lücke zu füllen, so dass jeder, der HTC Vive besitzt, auch die Möglichkeit hat Inhalte dafür runterzuladen”, erklärt Ye in Köln.

Die Vorbestellungen für HTC Vive starten Ende Februar, im April soll die VR-Brille dann ausgeliefert werden. Neue Gerüchte besagten zuletzt, dass HTC einen Soft-Launch plane und die neuste Entwicklerversion, Vive Pre, für jedermann zur Bestellung freigeben würde. So handhabte das 2014 auch Oculus mit dem Launch der zweiten Entwicklerversion DK2, die sich weltweit rund 200.000 Mal verkaufte. Allerdings widerspricht Ye diesen Gerüchten: “Im Februar bestellt man nicht Vive Pre, sondern die Version für Endkunden. Pre kann man nicht bestellen.” Für die finale Version soll die Ergonomie der VR-Brille weiter verbessert werden.  “Die Ergonomie der Consumer-Version wird noch leicht verbessert, aber es sind keine riesigen Änderungen. Auf der CES 2016 haben wir ein paar Sachen gelernt, die integrieren wir noch”, sagt Ye. Den kompletten Vortrag von Ye kann man sich hier anschauen, er startet bei 55 Minuten.

Viveport: Auch eine mögliche Verkaufsplattform für mobile VR-Apps

HTCs Online-Shop Viveport könnte sich aber auch in einem anderen Kontext noch als nützlich erweisen. Sollte HTC versuchen einen Gear-VR-Wettbewerber am Markt zu platzieren, bräuchte das Unternehmen eine eigene Shop-Infrastruktur für mobile Endgeräte. Eine mobile VR-Brille von HTC ist eine naheliegende Option, um das VR-Portfolio weiter auszubauen und ähnlich wie Oculus und Samsung eine günstigere VR-Alternative für einen größeren Markt anbieten zu können, denn die Vive-Brille wird vorerst nur eine hochpreisige Lösung für VR-Enthusiasten sein. Dank Vive weiß das taiwanesische Unternehmen nun, wie man eine VR-Brille samt Trackingsystem herstellt. Das Know-How, um leistungsfähige Smartphones mit hochwertigen Displays zu bauen, die sich speziell für Virtual Reality eignen, ist im Unternehmen ohnehin vorhanden. Da HTC starke Probleme hat am Smartphone-Markt zu bestehen, könnte das Unternehmen so ein dringend benötigtes Alleinstellungsmerkmal schaffen.