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HTC Vive: Geniales VR-Puppentheater – “Mindshow” ausprobiert

von Tomislav Bezmalinovic31. August 2017

Mit Mindshow lassen sich spielend leicht Animationsfilme drehen: Man lädt einen Schauplatz, schlüpft in die Haut einer Comicfigur und lässt die Kamera laufen. Mit Hilfe der eigenen Stimme und Bewegungen erweckt man den Charakter zum Leben. Vor einem Jahr angekündigt, ist die VR-App jetzt frei erhältlich – und macht unglaublich Spaß.

Das virtuelle Puppentheater ist vor kurzem kostenlos bei Steam als Early-Access-Titel erschienen. Die Bezeichnung ist allerdings irreführend: Mindshow ist schon jetzt auf Hochglanz poliert und funktioniert so gut, dass man sich von der ersten Minute an gut aufgehoben fühlt.

Nach dem Starten der App nimmt sie den Nutzer sogleich an der Hand und zeigt ihm die wichtigsten Funktionen. Die lernt man nicht mit Hilfe öder Texttafeln kennen, sondern indem man selbst Hand anlegt. Das Interface erweist sich dabei als so intuitiv, dass man bereits nach fünf Minuten loslegen kann.

Kinderleichte Einrichtung von Szenenbildern

Zu Beginn wählt man einen Schauplatz aus, zum Beispiel eine Showbühne, ein Flugzeug oder eine Stadt im Wilden Westen. Danach setzt man bis zu drei Comicfiguren in die Welt. Zur Auswahl stehen menschliche Charaktere, aber auch Aliens, Katzen oder Twinkies. Zum Schluss lässt sich der Schauplatz mit Requisiten ausstatten.

Ist das Filmset eingerichtet, springt man in eine Figur, drückt den Aufnahmeknopf und haucht dem Charakter mit der eigenen Stimme und durch Bewegungen des Kopfes und der Hände Leben ein. Mit dem Trackpad kann man einen bestimmten Gesichtsausdruck machen, um fröhlich, traurig oder wütend zu wirken.

Videos teilen oder weiterverarbeiten

Ist man mit der Darbietung fertig, stoppt man die Aufnahme. Jetzt kann man sie sich entweder von außen ansehen oder in eine weitere Figur schlüpfen, um auch deren Rolle zu verkörpern. Auf diese Weise ist es möglich, im Alleingang mehrere Charaktere gleichzeitig darzustellen. Das Programm verzerrt die eigene Stimme, je nachdem in welche Figur man schlüpft, sodass es nicht auffällt, wenn man in der Rolle mehrerer Charaktere spricht.

Ist alles fertig arrangiert, lässt man das Schauspiel abspielen und fängt es mit einer virtuellen Kamera ein. Nun kann das fertiggestellte Video in sozialen Netzwerken geteilt oder exportiert und in einem Videoschnittprogramm weiterverarbeitet werden. Profis können auf diese Weise mehrere Einstellungen und Szenen zu einem richtigen Film zusammenschneiden.

VR-Shows im September

Wem die nötige Kreativität fehlt, kann eine Reihe vorgefertigter Szenen laden. Dort wird man mit slapstickartigen Situationen konfrontiert, in denen man auf eine oder mehrere Figuren reagieren muss und nach Lust und Laune improvisieren kann. Das Ergebnis amüsiert meist selbst bei mangelndem schauspielerischem Talent.

In der VR-App kann man zudem bereits aufgezeichnete Shows abrufen und in der Virtual Reality nacherleben. Die Entwickler versprechen für den September ein tägliches Showprogramm mit Komikern wie Reggie Watts und dem Youtube-Star Tay Zonday. Das Format erinnert an Altspace VR und Foo Show.

Funktioniert auch mit Oculus Rift

Zurzeit sind noch nicht alle Funktionen freigeschaltet oder unterliegen Einschränkungen. Nutzerprofile lassen sich noch nicht erstellen, außerdem hatte ich Mühe, Sequenzen in sozialen Netzwerken zu teilen. Was ebenfalls noch fehlt, ist eine Importfunktion für eigene Charaktere und 3D-Modelle.

Mindshow erhält man kostenlos bei Steam. Offiziell wird nur HTC Vive unterstützt, die VR-App soll aber auch mit Oculus Rift laufen. Unten ist der offizielle Trailer und das Youtube-Video eines VR-Nutzers zu sehen. Es zeigt, wie leicht sich Mindshow bedienen lässt.

| Featured Image: Mindshow

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