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HTC Vive: Intel zeigt neue Tiefenkamera für Hand- und Raumtracking

von Matthias Bastian4. August 2016

Offenbar arbeitet Intel an einer Add-on Sensorkamera für VR-Brillen. Erste handfeste Informationen könnte es auf Intels Entwicklerkonferenz Mitte August geben.

Der Ingenieur Dimitri Diakopoulos ist bei Intel für VR-Entwicklungen zuständig. Bei Twitter veröffentlichte er ein Bild einer neuen Tiefenkamera, die als Add-on an die VR-Brille gehängt wird. Offenbar ohne Genehmigung, den mittlerweile wurden Bild und Tweet wieder gelöscht.

Vor der Löschaktion beantwortete Diakopoulos bei Twitter noch einige Fragen zur neuen Hardware. Die Kamera soll sowohl die Hände als auch Zusatzgeräte und die Umgebung scannen können. Das auf dem Bild sichtbare Kamerasetup ist vergleichbar mit dem von Googles Tango-Technologie. Die Infrarotkameras können in Verbindung mit einem Projektor, der scannbare Muster in den Raum wirft und so Oberflächenstrukturen erfasst, die Umgebung in einer Tiefe von circa drei bis fünf Meter ausmessen.

Damit könnte man – zumindest in der Theorie – die Umgebung besser in ein VR-Erlebnis einbeziehen, beispielsweise einen Stuhl in der virtuellen und der bekannten Realität an der gleichen Stelle positionieren. Auch die Größe der Trackingfläche könnte automatisiert erfasst werden. Ebenfalls ist das Hand- und Fingertracking möglich.

Die Intel-Kamera wird offenbar mit dem USB-Anschluss der Vive-Brille verbunden. Eine Version für Oculus Rift wäre daher in der aktuellen Generation VR-Brillen ausgeschlossen, denn der Facebook-Brille fehlt der notwendige USB-Steckplatz. Unabhängig davon ist die Kamera wohl vorerst nur für Entwickler oder ganz spezielle Anwendungsszenarien interessant.

Endverbraucher profitieren von den neuen Trackingverfahren erst, wenn jede VR-Brille über die gleichen technischen Voraussetzungen verfügt. Laut Diakopoulos soll es schon in 2018 die Regel sein, dass VR-Brillen mit entsprechenden 3D-Kameras ausgestattet sind.

Intel demonstrierte bereits Anfang des Jahres kamerabasiertes Inside-Out-Tracking

Höchstwahrscheinlich basiert die neue Kamera auf Intels Real-Sense-Technologie. Diese wurde auf der CES 2016 in Verbindung mit einer mobilen VR-Brille und einem Sensor-Smartphone mit Hand- und Raumtracking demonstriert. Seinerzeit kooperierte Intel noch mit Google im Project Tango und baute einen speziellen Smartphone-Prototypen, der eigentlich im Laufe des Jahres als Entwicklerversion auf den Markt kommen sollte.

Der Prototyp verbindet die präzise Bewegungserkennung der Tango-Sensorik mit der Tiefenwahrnehmung von Intels 3D-Kamera. Während Googles Technologie die Umgebung erkennt und mit einem 3D-Trackingsystem eine Karte der Umgebung erstellt und speichert, isoliert und scannt Real Sense 3D-Objekte in Räumen. Eine Demo gibt es im folgenden Video.

| Featured Image: Intel | Via: Upload VR