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HTC Vive: Kostenlose Erweiterung für “A Chair in the Room” verfügbar

von Matthias Bastian11. September 2016

Besitzer von HTC Vive dürfen sich freuen, denn ihnen wird erneut das Fürchten gelehrt. Ergibt das Sinn? Nicht so wirklich. Aber die Sinnfrage stellt man sich durchgehend, wenn man mitten in dem Horrorfilm steht. Sie lautet: Warum tue ich mir das an!?

Die VR-Erfahrung “Greenwater: A Chair in a Room” für HTC Vive ist wohl eine der intensivsten, die derzeit verfügbar sind. Ursprünglich gestartet als VR-Horrorexperiment für DK1 und Google Cardboard, beamt die Room-Scale-Erfahrung mit der Vive-Brille den Nutzer mitten in einen interaktiven Horrorfilm. Und damit auch die Intensität des Erlebens auf eine völlig neue Ebene.

In verschiedenen Szenarien muss man im Stile eines Detektivs Rätselaufgaben lösen, während die dämonische Bedrohung einem stets im Nacken sitzt. Der Horror ist subtil und schwelt bedrohlich im Verborgenen, aber gerade deshalb ist die VR-Erfahrung so nervenaufreibend.

In unserem Review zu Greenwater schreibt Christian Steiner: “Es ist absolut fantastisch und erschreckend zugleich, zu erleben, wie mein Körper auf eine Situation mit Panik reagiert, obwohl mir völlig bewusst ist, dass ich nur in einem Spiel stehe. Was einem Greenwater psychisch stellenweise abverlangt, erfordert Nerven wie Drahtseile. Dabei sind die Szenen nie brutal und selten grotesk. Sie spielen eher mit dem, was man nicht sieht.”

Wenn eine App beweist, dass Virtual Reality intensiver wirkt als herkömmliche Medien, dann Greenwater. Denn in der Dunkelheit, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet und ohne eine schützende Mattscheibe vor den Augen, fühlt man sich physisch bedroht. Und das teils in einem Ausmaß, dass man wahrhaftig nicht mehr von einem reinen Vergnügen oder angenehmen Nervenkitzel sprechen kann.

Das Original von “A Chair in the Room” mit HTC Vive erleben

Nun hat Ryan Bousfield von Wolf & Wood die originale Cardboard-Erfahrung auch für HTC Vive umgesetzt und bietet sie als kostenlose Dreingabe zum Hauptspiel an. Danke dafür – nicht!

Zwar ist die Erfahrung recht kurz und in rund zwanzig Minuten vorbei. Aber das reicht, um dem Nutzer erneut den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. In einem dunklen Raum, der ab einer Trackingfläche von 2,5 Meter x 2,5 Meter vollständig ohne Teleport begehbar ist, muss man einfache Rätselaufgaben lösen. Schnell stellt man fest, dass man nicht alleine in dem Raum ist. Und dann fällt auch noch die Taschenlampe aus.

Die kurze Geschichte über ein vermisstes Mädchen ist nicht mit dem Hauptspiel verbunden und eignet sich daher gut, um interessierten Einsteigern einen kurzen aber intensiven Einblick in VR-Horror zu geben. Aber ich meine es ganz ernst, wenn ich schreibe, dass diese Art von Erlebnis nicht für jedermann geeignet ist und potenziell schlaflose Nächste auslösen kann. Aber das wurde wahrscheinlich auch über die ersten Horrorfilme geschrieben.

| Source & Featured Image: Wolf & Wood