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HTC Vive: Lightblade VR im Kurztest – ab sofort verfügbar

von Matthias Bastian1. Juni 2016

Da Disney offenbar nicht in die Puschen kommt und die lange versprochene Star-Wars-Erfahrung inklusive Lichtschwert-Kampf auf den Markt wirft, springt jetzt der deutsche Programmierer Andreas Hager in die Bresche.

Bei Steam VR gibt es ab sofort seine App “Lightblade VR”, eine Art Trainingssimulator für angehende…ja, angehende was eigentlich? Jedi-Ritter wohl kaum, denn eine offizielle Star-Wars-Lizenz hat die VR-Erfahrung natürlich nicht. Hm, ok. Also: Eine Art Trainingssimulator für angehende “Psychotelekinesemagie-Kämpfer”, die lernen wollen, wie man mit “selbstleuchtenden Plasmastäben” anfliegende Projektile blockt.

Im Flur einer Raumstation wehrt man sich wie einst Luke Skywalker mit solch einem selbstleuchtenden Plasmastab gegen die fiesen Attacken einer kleinen Drohne. Daran erschöpft sich auch das Spielprinzip der Anwendung: Über mehrere Schwierigkeitsgrade hinweg trainiert man, die Schüsse mit dem Schwert abzuwehren. Phsyisch ausweichen geht zwar auch, belohnt wird aber nur der gezielte Block – im Optimalfall schickt man das Lasergeschoss zurück an den Absender. Wird man getroffen, ist das “Psychotelekinesemagie-Kämpfer”-Training beendet.

Die ersten beiden Schwierigkeitsgrade würde sogar ein hüftsteifer Wookie problemlos meistern, dann zieht das Tempo deutlich an und man muss gleichermaßen geschickt und reaktionsschnell sein. Wahlweise kann man sich mit ein oder zwei selbstleuchtenden Plasmastäben wehren, alternative Farben und Sockel schaltet man frei, wenn man sich im Training entsprechend gut anstellt.

Der Wunsch meiner Kindheit: Einmal einen selbstleuchtenden Plasmastab führen

Die Trainingssimulation ist, wie so viele andere Vive-Apps auch, näher an einer “VR-Erfahrung” als an einem Computerspiel im klassischen Sine. Das bedingt allein die benötigte Körperlichkeit. Die Erfahrung, die hier vermittelt wird: So fühlt es sich wohl an, einen selbstleuchtenden Plasmastab zu führen, während man von einer Drohne beschossen wird.

Lightblade VR kostet 3,99 Euro, das ist im Preis-Leistungs-Verhältnis ok, wenn man bedenkt, dass es gerade einmal ein Drittel der Kosten einer Kinokarte für den nächsten Star-Wars-Film ist. Besonders viel Inhalt gibt es zwar nicht, aber das was da ist, sieht gut aus, funktioniert und macht Laune und ist mit Sicherheit eine optimale Demo, um VR-Neulinge ins Thema einzuführen. Achtung: Gefordert ist eine Trackingfläche von mindestens 2m × 1.5m. Weitere Updates sind in Planung, basierend auf dem Feedback der Nutzer; unter anderem soll noch ein Effekt visualisiert werden, der besser veranschaulicht, wenn beide Schwerter aufeinandertreffen.

“Ich habe nach der Arbeit immer ein klein wenig an den Lichtschwertern gebastelt und irgendwann festgestellt, dass ich da etwas habe, das sicherlich einige andere Fans auch total spannend finden. An den Reaktionen bei Steam sieht man, denke ich, dass es nicht nur mein Kindheitstraum war, so etwas erleben zu können”, sagt uns der Entwickler Andreas Hager. Er hofft, dass Disney noch im Laufe des Jahres eine offizielle Star Wars VR-Erfahrung auf den Markt bringt.

Wer sich für Lightblade VR interessiert, sollte lieber direkt zugreifen. Aufgrund der Nähe zum Star-Wars-Franchise ist es durchaus fraglich, ob Lightblade VR bei Steam alt wird. Die Disney-Anwälte werden zucken, wenn sie den Titel in der Datenbank entdecken, außerdem fängt die Anwendung die Atmosphäre der Filme trotz des begrenzten Umfangs ziemlich gut ein.

| Featured Image: Lightblade VR